Im Kanton Solothurn wurde im September ein grosser Schummel-Fall bekannt: Ein 41-jähriger Kosovare soll rund 20 Prüflingen beim Theorietest geholfen haben - dank Mini-Kamera und Mikro-Kopfhörer teilte er ihnen von auswärts die richtigen Antworten mit.

Das Zürcher Strassenverkehrsamt habe von diesem Fall bereits früher Kenntnis erhalten und entsprechende Massnahmen eingeleitet, schreibt die Zürcher Regierung in einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine entsprechende Anfrage aus dem Kantonsrat.

"Auch im Kanton Zürich wurden in der Vergangenheit bei theoretischen Führerprüfungen vereinzelt elektronische Mittel eingesetzt, die während der Prüfung eine audiovisuelle Verbindung zu einer Hilfsperson herstellten", hält die Regierung fest. "Seit 2016 hat das Strassenverkehrsamt zwei solche Fälle aufgedeckt."

In der Folge wurde abgeklärt, ob in den Prüfungszimmern ein Störsender eingesetzt werden kann. Dies wurde jedoch aus rechtlichen Gründen nicht weiter verfolgt. Denn die Fernmeldegesetzgebung des Bundes beschränkt den Einsatz solcher Störsender auf ganz wenige Zwecke - Führerprüfungen gehören nicht dazu.

Hightech-Betrug bei der Theorieprüfung

Hightech-Betrug bei der Theorieprüfung

Mit Mini-Kamera und Ohrknöpfen schleuste ein 41-jähriger Kosovare in Solothurn 20 Prüflinge durch die Auto-Theorieprüfung. (September 2017)

"Sweeper" zeigt Wirkung

Seit dem 1. Februar 2017 setzt das Zürcher Strassenverkehrsamt nun aber als erstes in der Schweiz einen "geeigneten Detektor für aktive Mobiltelefone sowie WiFi und Bluetooth" ein. Bei Beginn jeder Theorieprüfung wird über den Einsatz dieses sogenannten "Sweepers" informiert.

Seither ist gemäss Regierungsrat kein elektronischer Betrugsversuch mehr festgestellt worden: "Offenkundig hat sich diese Abwehrmassnahme unter der Kundschaft des Strassenverkehrsamtes herumgesprochen und die erwünschte präventive Wirkung entfaltet."

Das Strassenverkehrsamt werde auch in Zukunft dafür besorgt sein, gegen neue Betrugsmethoden geeignete Massnahmen zu treffen, schreibt die Regierung weiter.

Und sie verweist darauf, dass die Verkehrsexperten auch bestens geschult und instruiert seien. "Seit jeher werden bei Beginn der Theorieprüfung die Teilnehmenden genau überprüft (auffällige Kleidungsstücke und Brillen)." Und auch während der Prüfung werde das Verhalten der Kandidaten auf Auffälligkeiten überwacht.