Thailand

Thailands Opposition zwingt Regierung im Fernsehstreit in die Knie

Thailändische Soldaten auf Patrouille

Thailändische Soldaten auf Patrouille

In Thailand hat sich die Konfrontation zwischen Regierung und Rothemden zugespitzt. Dabei triumphierte die Opposition im Streit um den Fernsehsender «Volkskanal», den die Regierung am Donnerstag abgestellt hatte.

Demonstranten überwanden den Stacheldraht, der das Gelände schützte, und überrannten die dahinter postierten Sicherheitskräfte. Diese versuchten darauf, die Rothemden auseinanderzutreiben, was ihnen jedoch auch mit Gewalt nicht gelang. "Wir wollen unseren Sender zurück", riefen die wild entschlossenen Demonstranten.

Die Polizisten und Soldaten zogen sich schliesslich zurück, und überliessen den Anhängern von Ex-Regierungschef Thaksin Shinawatra das Terrain für mehrere Stunden. Die Demonstranten nahmen zudem vielen Sicherheitskräften Gewehre, Schlagstöcke, Schutzschilde, Gummigeschoss-Munition und Tränengasgranaten ab und präsentierten sie stolz.

Nach Verhandlungen zwischen der Polizei und der Opposition nahm der "Volkskanal" seinen Betrieb wieder auf. Darauf riefen die Wortführer der "Rothemden" die Menge auf, sich zu zerstreuen.

Erstmals seit Beginn der jüngsten Proteste gingen Sicherheitskräfte mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten vor. Dabei wurden mindestens 14 Menschen verletzt.

Seit Mittwoch gilt ein Ausnahmezustand. Demnach sind Ansammlungen von mehr als fünf Menschen verboten. Dennoch halten die Proteste der rot gekleideten Thaksin-Anhänger an. Am Freitag versprach die Regierung erneut, die Ordnung bald wiederherzustellen.

Die Demonstranten fordern den Rücktritt der Regierung. Sie protestieren seit vier Wochen zu Tausenden in Bangkok. Das Oppositionsbündnis UDD organisiert die Störaktionen und Proteste.

Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva steht unter dem Druck seiner Partei, die seit drei Wochen andauernden Massenproteste ohne Blutvergiessen zügig zu beenden.

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