Armeechef Anupong Paojinda soll sich gar geweigert haben, gegen die Demonstranten vorzugehen. Die Armee könne nicht auf wehrlose Menschen losgehen, sagte er. Auch sein Oberbefehlshaber Songkitti Chakkabart zeigte sich zuversichtlich, "dass der politische Konflikt positiv gelöst werden kann".

Nach den wochenlangen Protesten gegen die Regierung hatte sich die Lage in Bangkok allerdings dramatisch zugespitzt: Regierungsgegner warfen der Polizei vor, Rauchbomben in die Menge vor dem Parlamentsgebäude gefeuert zu haben. Die Demonstranten drangen daraufhin ins Parlament ein, um Rechenschaft zu verlangen.

Minister und Abgeordnete hatten jedoch bereits mit dem Helikopter oder zu Fuss das Weite gesucht. Als die Demonstranten dies feststellten, zogen sie wieder ab. Dabei schwenkten sie Gewehre und Tränengasgranaten, die sie nach eigener Aussage den geflüchteten Militärpolizisten abgenommen hatten.

Nach dieser bisher spektakulärsten Aktion der Regierungsgegner seit Beginn der Proteste am 12. März verhängte Ministerpräsident Abhisit den Notstand. "Es gibt eine Gruppe in diesem Land, die Chaos anrichten will und falsche Informationen verbreitet", sagte er. "Es ist deshalb notwendig, dass die Regierung die Normalität wieder herstellt."

Ministerpräsident Abhisit seinerseits war unter Zugzwang geraten, weil ihm Nachgiebigkeit vorgeworfen wurde und sich Geschäftsleute über Einnahmeausfälle beschwerten. Diese dürfte in die Millionen gehen, da die UDD nun schon seit Wochen mit Zehntausenden Anhängern in Bangkok demonstriert. Die meisten von ihnen kommen aus dem Lager von Thaksin Shinawatra.