Sandra Kohler und Sven Zaugg

«Thailand am Rande der Anarchie», schrieb die Tageszeitung «Bangkok Post» am Montag auf ihrer Titelseite. Seit mehreren Tagen liefern sich das Militär und die oppositionellen «Rothemden» im Finanzviertel blutige Strassenschlachten. Bereits wurden 37 Menschen getötet, über 240 verletzt.

Nun reagieren auch die Schweizer Reiseveranstalter auf das Chaos in der thailändischen Hauptstadt: «Wir können die Sicherheit unserer Gäste in Bangkok nicht mehr gewährleisten», sagt TUI-Sprecher Roland Schmid. Deshalb bieten die grossen Reiseveranstalter Kuoni, TUI und Hotelplan vorerst bis Ende Mai kostenlose Reise-Annullationen und Umbuchungen an.

EDA sieht Rot für Bangkok

«Das EDA hat die Lampe für Bangkok auf Rot gestellt, wir können also gar nicht anders», so Schmid weiter. Kunden, die auf eigene Verantwortung nach Bangkok reisen wollen, wird der Reisevertrag gekündigt.

Mit grossen Verlusten rechnet TUI-Sprecher Roland Schmid nicht: «Leute, die eine Rundreise gebucht haben, sagen nicht die ganze Reise ab, sondern buchen lediglich ihren Aufenthalt in Bangkok um.» Auch Hotelplan bringt mindestens bis Ende Mai keine Gäste nach Bangkok.

Transitreisen weiterhin möglich

Der Transitverkehr via Bangkok ist nach wie vor gewährleistet sowie Reisen in andere Regionen Thailands. «Wir kontaktieren unsere Kunden und bieten falls möglich Direktflüge zu den erwünschten Destinationen an», sagt Andrea Müller, Mediensprecherin von Kuoni.

Die Hauptsaison, welche Ende April zu Ende ging, sei glücklicherweise nicht tangiert worden und der Transitverkehr am Flughafen Bangkok funktioniere einwandfrei, sagt Müller.

Politische Unruhen weiten sich aus

Das EDA befürchtet, dass sich die politischen Unruhen auch in andere Landesteile ausweiten können. Besonders gefährdet sei die nördliche Landeshälfte. Dort müssen die Reisenden mit Verkehrsbehinderungen, Demonstrationen, Ausschreitungen und Sabotageakte rechnen.