Bottmingen
Teures Facelifting fürs Bruderholz

Das neue Kantonsspital Bruderholz mit dem Kompetenzzentrum für Geriatrie und Rehabilitation soll 757,7 Millionen Franken kosten. Es ist schweizweit eines der grössten Bauvolumen, das von der öffentlichen Hand gezahlt wird.

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Spitalkomplex

Spitalkomplex

bz Basellandschaftliche Zeitung

Alessandra Paone

Das emporragende Hochhaus auf dem grünen Bruderholzhügel gehört schon bald der Vergangenheit an. Im Jahr 2017 wird ein hochmoderner, 57 812 Quadratmeter grosser Spitalkomplex die idyllische Landschaft bei Bottmingen prägen.

Das Wettbewerbsverfahren für die Sanierung und Erweiterung des Kantonsspitals Bruderholz mit dem neuen Kompetenzzentrum für Geriatrie und Rehabilitation ist abgeschlossen. Die Fachjury mit Regierungsvetretern von Stadt und Land hat das Projekt «Schicht um Schicht» der Zürcher Architekten Aeschlimann Prêtre Hasler zum Sieger erkoren. Gestern wurde es im Walzwerk Münchenstein den Medien vorgestellt.

757,7 Millionen Franken soll der Neubau kosten. Davon zahlt der Kanton Baselland 467 Millionen Franken für das Akutspital. Das neue Kompetenzzentrum kostet rund 290 Millionen Franken und wird von beiden Kantonen hälftig finanziert. Der neue Spitalkomplex sei schweizweit eines der grössten Bauvolumen, das von der öffentlichen Hand getragen wird, sagte die Baselbieter Kantonsarchitektin Marie-Theres Caratsch.

Rohbaustrukturen bleiben bestehen

Auserwählt wurde das Siegerprojekt wegen der raffinierten Auflösung der grossen Gebäudemassen. Auch habe das Zürcher Team als einziges darauf geachtet, möglichst viel Vorhandenes stehen zu lassen, um die Nachhaltigkeit zu garantieren, berichtet Caratsch. Wobei ausser der Rohbaustrukturen nicht viel vom heutigen Spital übrig bleibt. Das Projekt «Schicht um Schicht» gewährleiste ausserdem, dass der Betrieb während der Bauphase weiterhin reibungslos funktioniere. Es seien für die Übergangszeit auch keine Container vorgesehen, so Caratsch. Ausser für die Operationen, wandte der Baselbieter Gesundheitsdirektor Peter Zwick ein. Doch dies habe nichts mit dem Bau zu tun, sondern mit der aktuellen Raumnot. Bereits jetzt würden verschiedene Operationen in der Birshofklinik in Münchenstein und im Spital Dornach durchgeführt.

Projekte

Die erste Stufe im Wettbewerb zur Sanierung und Erweiterung des Bruderholzsspitals wurde im Juli 2008 abgeschlossen. Von den 15 Generalplanerteams wählte die Jury für die zweite Wettbewerbsstufe vier Projekte (die bz berichtete). Bereits während der ersten Phase - also noch vor dem Standortentscheid - hatten die Teams in ihrer Planung die Option eines Geriatrie- und Rehabilitationszentrums berücksichtigt. Das Siegerteam wird nun bis Anfang 2011 das Vor- und Bauprojekt ausarbeiten. (ale)

Gesamtbettenzahl reduziert

Durch den Bau des Kompetenzzentrums konnte die Gesamtbettenzahl um 27 Betten reduziert werden. Während das neue Kantonsspital künftig 280 Betten umfassen wird - heute sind im Kantonsspital rund 400 Betten untergebracht -, sind für Geriatrie und Rehabilitation deren 436 geplant. Dank der räumlichen Nähe - aber einer kostenmässigen Trennung - entstehen sowohl für das Akutspital als auch für das Kompetenzzentrum nützliche Synergien: So sollen die Notfallaufnahme, die Apotheke und das Zentrallabor gemeinsam geführt werden. Auch Leistungen im Servicebereich werden weitgehend zusammengefasst.

Mit der Baukreditvorlage können die Parlamente beider Basel im Herbst 2011 rechnen. Werden die Kredite genehmigt, können bereits Ende 2011 die Bagger auffahren. Vom Ablauf her muss vorab das Akutspital gebaut werden. Spätestens im Jahr 2017 soll das Kompetenzzentrum für Geriatrie und Rehabilitation seinen Betrieb aufnehmen.