Staat

Teure «Zückerli» fürs Kantonspersonal

Beamte

Beamte

Der Aargauer Regierungsrat will seinem Personal mehr bieten. Dazu gehören etwa verbillige Reka-Checks, günstigere Fitness-Abos und geschenkte Ferienwochen. Staatsangestellte sollen auch früher die volle Pesion erhalten können. Diese «Zückerli» kosten jährlich 6,1 Millionen Franken.

Der Kanton will sein Personal besser halten, damit er auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfähig bleibt. Der Regierungsrat denkt dabei nicht an generelle Lohnerhöhung, sondern an ein aper «Zückerlis». Zu diesen Lohnnebenleistungen gehören beispielsweise vergünstigte Reka-Checks oder Vergünstigungen von Fitness-Abos, wie Pascal Scholl, Leiter Abteilung Personal und Organisation, erklärt. «Bis jetzt hatte der Regierungsrat nie die Möglichkeit, seinen Angestellten solche Vergünstigungen zu bieten», sagt er.

Ausserdem sollen die Staatsangestellten Mobilitätsbeiträge erhalten, wenn sie zu Fuss, mit dem Fahrrad oder mit dem öffentlichen Verkehr zur Arbeit gelangen. «Das Personal soll Vergünstigungen für das Generalabonnement oder ein Halbtax-Abo erhalten», so Scholl.

Bis jetzt wurden die Stellvertreter von Führungspositionen beim Kanton nicht zusätzlich entlöhnt, sie erhalten einen Lohn wie jeder andere Angestellte auch. Dies soll sich mit dem neuen Lohndekret ebenfalls ändern, wie Scholl weiter ausführt. «Die Stellvertreter sollen bei Abwesenheit der Führungsperson die Funktion vollwertig übernehmen und dafür auch entsprechend entlöhnt werden», so Scholl. Dies könne zu einer Lohnzulage von 3000 bis 4000 Franken führen.

Der Regierungsrat will auch mehr Dienstaltersgeschenke machen. Bis jetzt erhielten die Mitarbeiter nach 15 und 30 Jahren ein Dienstaltersgeschenk, neu sollen die Mitarbeiter nach 10 Jahren alle fünf Jahre ein Dienstaltersgeschenk erhalten. Im Klartext heisst das: Zwei Wochen Ferien.

Neu soll der Regierungsrat auch die Möglichkeit haben, bei vorzeitigem Altersrücktritt aufgrund von Stellenaufhebungen und Umstrukturierungen die daraus resultierenden Rentenkürzungen auszufinanzieren, dies ganz oder teilweise. Das bedeutet, dass Kantonsangestellte im Extremfall mit 58 in Pension gehen können und die volle Rente bekommen.

Die Änderungen des Lohndekrets und des Dekrets über die vorzeitige Pensionierung sollen am 1. Januar 2011 in Kraft treten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Grossrat diese «Zückerlipolitik» gutheisst. (dge)

Meistgesehen

Artboard 1