In ersten Tests fuhren Doppelstock-Züge bis zu 15 Kilometer pro Stunde schneller in die Kurven als herkömmliche Züge, wie die SBB in ihrer neuesten Ausgabe der "SBB-Zeitung" schreibt. Im Fahrplan eingesetzt, würde dies eine kürzere Fahrzeit und wegen der Doppelstock-Züge zugleich mehr Platz für Passagiere bedeuten.

Schon seit längerem versucht die SBB, ihre Engpässe nicht nur über Investitionen in die Infrastruktur zu beheben, sondern auch mit neuer Technologie. Schnellere Kurvenfahrten wären nämlich ein günstigeres Mittel, die Fahrzeit zu verkürzen, als etwa Strecken zu begradigen. Neue Infrastruktur dürfte aber trotzdem nötig sein, sagte SBB-Sprecher Roland Binz auf Anfrage.

Insgesamt plant die SBB 96 Testfahrten zwischen Seuzach ZH und Etzwilen TG sowie Freiburg und Lausanne. Die Tests sind nötig, weil sich bei höheren Geschwindigkeiten einiges ändert: Die Fliehkräfte in den Wagen nehmen zu. Dafür erwägt die SBB den Einsatz einer sogenannten Wankkompensation, die ähnlich wie die Neigetechnik der ICN-Züge die Wagen in den Kurven annähernd senkrecht stellt. Auch die Schienen würden zusätzlich belastet.

Bis Mitte 2009 liegen erste Resultate vor, ob das Unterfangen überhaupt technisch machbar und wirtschaftlich ist. Ab wann ein Einsatz möglich wäre, sei unmöglich abzuschätzen, sagte Binz.