Tessiner Regierung verzichtet auf Ausgehverbot für Jugendliche

Staatsanwalt Antonio Perugini (Archiv)

Staatsanwalt Antonio Perugini (Archiv)

Im Tessin dürfen die Jugendlichen auch in Zukunft so lange ausgehen, wie sie wollen. Die Kantonsregierung sieht von der Einführung eines nächtlichen Ausgehverbots ebenso ab wie von einer vorzeitigen Schliessung der Nachtlokale.

Verschärft werden soll dafür der Zugang der Jugendlichen zu alkoholischen Getränken. Wer Minderjährigen Alkohol verkauft, soll künftig härter belangt werden.

Dagegen sollen Eltern nicht zur Kasse gebeten werden, wenn sie bei der Erziehung ihrer Kinder versagen. Einsätze der Polizei werden den betroffenen Familien künftig aber in Rechnung gestellt.

Zudem prüft die Regierung die Schaffung von Erziehungszentren, die sich um besonders problematische Jugendliche kümmern sollen. Ein Machbarkeitsbericht liegt vor. Ein Entscheid soll in den kommenden Wochen gefällt werden.

Dies geht aus einem Zwischenbericht der Tessiner Regierung zur Eindämmung der Jugendgewalt hervor. Der Staatsrat prüft derzeit Massnahmen, welche eine Expertenkommission unter der Leitung von Staatsanwalt Antonio Perugini erarbeitet hat.

Die Task Force war nach der Tötung eines 22-jährigen Studenten an der letztjährigen Fasnacht in Locarno ins Leben gerufen worden. Der Student war von vier jungen Männern zu Tode geprügelt worden.

Die Expertenkommission hatte daraufhin einen Katalog mit rund dreissig Massnahmen erarbeitet. Die Regierung klärt nun ab, welche Vorschläge sich politisch und juristisch umsetzen lassen. Ziel ist es, die Jugendgewalt einzudämmen.

Meistgesehen

Artboard 1