Bellinzona

Tessiner Prostituierte protestieren gegen Schliessung ihres Bordells

Rund zwanzig junge Prostituierte protestieren vor dem Regierungsgebäude in Bellinzona.

Rund zwanzig junge Prostituierte protestieren vor dem Regierungsgebäude in Bellinzona.

Rund 20 Prostituierte haben am Donnerstag vor dem Tessiner Regierungsgebäude gegen die Schliessung eines Bordells ins Lumino TI protestiert. Mit Plakaten forderten sie ihren Arbeitsplatz zurück.

"Auch wir zahlen Steuern" und "Wir haben eine Arbeitsgenehmigung", stand unter anderem auf den Plakaten, die die Frauen in die Höhe hielten. "Der Club ist das schönste Lokal der Schweiz", hiess es ausserdem.

Zur Kenntnis genommen hat die Veranstaltung unter anderen Staatsrat Norman Gobbi vom Justizdepartement. Er erläuterte in einem Kommentar auf Twitter, dass das "Motel" in Lumino wegen Verstössen gegen Bestimmungen im Raumplanungsrecht schliessen musste.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass - im Gegensatz zur Schliessung anderer Lokale - keine strafrechtlichen Gründe vorlagen. Für die Entscheidung sei die Gemeinde verantwortlich, die in der Zone keinen Bordellbetrieb mehr dulde, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Saverio Snider.

Am vergangenen Dienstag habe allerdings die Polizei einschreiten müssen, weil der Lokalbesitzer den wiederholten Anweisungen der Gemeinde nicht gefolgt sei und den Bordellbetrieb aufrecht erhalten habe.

Bodellbesitzer plant Aktionen

Der Inhaber habe seitdem diverse Aktionen angezettelt, um die Wiedereröffnung durchzusetzen. Unter anderem habe er den Generalstaatsanwalt wegen Amtsmissbrauchs angezeigt, weil er in ihm den Verantwortlichen für die Schliessung vermutet habe, sagte Snider.

Seitens der Strafbehörde gehe man daher auch davon aus, dass die Protestaktion vor dem Regierungsgebäude in Bellinzona nicht eine Idee der jungen Frauen war, sondern vom Lokalbesitzer organisiert wurde.

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