Der Tessiner FDP-Präsident Bixio Caprara bezeichnete den Entscheid als "historisch". "Wir hoffen, dass der heutige historische Entscheid nur ein erster Schritt in Richtung Zusammenarbeit auf kantonaler Ebene ist", sagte Caprara. Die FDP im Südkanton fällte den Entscheid nach dreistündiger Diskussion.

Die Annäherung der zwei bürgerlichen Mitteparteien sowie der Grünliberalen im Südkanton zielt darauf ab, die bereits geschlossenen Bündnisse links und rechts herauszufordern. Im Tessin treten bei den nationalen Wahlen Lega und SVP sowie SP und Grüne jeweils gemeinsam an.

Caprara warnte jedoch davor, die Allianz als Heirat oder Fusion zu verstehen. Die kommunalen Sektionen der Parteien blieben autonom, so Caprara. Ziel sei "die Zusammenarbeit mit den Mitteparteien zu stärken" - und damit nicht zuletzt die Stellung der Tessiner Mitteparteien auf Bundesebene.

Dies sei "unentbehrlich", damit das Tessin in Bern "glaubwürdig" sei. Auf Kantonsebene sollen Steuerthemen, Reformen des Gesundheitswesens, Soziales und Bildung gemeinsam angegangen werden. Die CVP hatte der Allianz schon Anfang Juli einstimmig zugestimmt. Deren Parteileitung begrüsste am Donnerstag den Entscheid der FDP.