Sie sollen verheerende Anschläge mit Autobomben in deutschen Grossstädten geplant haben. Zum Auftakt des Prozesses warf ein Vertreter der deutschen Bundesanwaltschaft den Angeklagten vor, Mitglieder der Islamischen Dschihad-Union (IJU) zu sein, die ihre Kreise in Sinne des "globalen Dschihad" ausgeweitet habe.

Die Mitglieder der IJU verstünden sich als "Mudschaheddin", die im Kampf gegen Ungläubige ihr Leben als Märtyrer einsetzten. Die Terrorgruppe habe sich zunächst auf Anschläge in Usbekistan konzentriert, dann aber ihr Wirkungsfeld auch auf Europa und auf Afghanistan ausgeweitet.

Im September 2007 hatten Spezialeinheiten der deutschen Polizei drei der Angeklagten in einem Dorf im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) festgenommen. Bei den Männern waren Fässer mit 730 Litern Wasserstoffperoxid zum Bombenbau entdeckt worden.

Später war noch ein vierter Angeklagter hinzugekommen, der die Zünder für die Bomben besorgt haben soll. Es handelt sich bei den Angeklagten um zwei gebürtige Deutsche, die zum Islam konvertierten, einen Deutschen türkischer Abstammung und einen türkischen Staatsbürger.

Die Sauerland-Gruppe gilt als erster Fall von islamistischem "homegrown terrorism" in Deutschland. Wörtlich übersetzt bedeutet dies "hausgemachter", oder "selbst gezüchteter" Terrorismus.