"Das Geld ist die Achillesferse der Terrororganisationen", sagte Thelesklaf im Interview mit der "SonntagsZeitung", "Finanzflüsse hinterlassen Spuren, da können wir ansetzen."

Der Schweizer Jurist Daniel Thelesklaf leitet die liechtensteinische Fachstelle für Geldwäschereibekämpfung und ist Mitglied eines Expertenkomitees des Europarats zur Terrorismusbekämpfung.

Die Expertengruppe arbeite derzeit intensiv daran zu verstehen, wie die Zellen der Terroristen in Europa funktionieren und wie sie sich finanzieren. "Dann brauchen wir schnellen Zugriff auf Daten und keine Hindernisse, diese international auszutauschen."

Zwar gab es ihm zufolge in jüngster Zeit Fortschritte, doch es brauche noch viel mehr: "Nach einem Anschlag wie in Paris muss man innert 24 Stunden Daten zum Teil aus vielen Ländern abgleichen können - über Personen, gemietete Autos, gekaufte Waffen. Dabei spielen Finanzdaten eine wichtige Rolle."

Rund um die Uhr Daten auswerten

Thelesklaf fordert eine bessere multinationale Kommunikation unter allen beteiligten Ermittlern "und in jedem Land rund um die Uhr Finanzanalysten, die die Daten der Terroristen auswerten". Dazu werde in vielen Ländern ein verstärkter Austausch mit den Nachrichtendiensten nötig sein. Die spezialisierten Finanzermittler arbeiteten bereits länger eng mit der Polizei - aber noch kaum mit Nachrichtendiensten. "Das muss sich ändern."

Thelesklaf bezeichnet einen ungehinderten Datenzugriff zwar als "sehr heikel", findet ihn aber vertretbar: "Wir können einem Terroristen nicht unendliche Einsprachemöglichkeiten geben. Wenn wir gegen Terroristen eine Chance haben wollen, müssen wir schnell sein." Er ist überzeugt, dass die Bevölkerung solche Mittel mitträgt, wenn sie Anschläge verhindern helfen. Zudem könnten auf besondere Bedrohungslagen zeitlich begrenzt werden.