Genf

Terror-Alarm in Genf: «Sie sagten, sie wollen ihren Onkel besuchen»

Die Polizei sucht in Genf nach wie vor nach mehreren Terror-Verdächtigen. Laut «Le Matin» soll mehrere von ihnen in einem Fahrzeug mit belgischem Kennzeichen unterwegs sein.

Die Zeitung «Le Matin» berichtet, dass eine Gruppe von Verdächtigen über den französischen Jura mit einem Nutzfahrzeug mit belgischem Kennzeichen beim Grenzübergang Les Rousses in die Schweiz eingereist sind. Französische Grenzwächter hätten sie kontrolliert.

Verstärkte Sicherheitsmassnahmen bei der UNO

Verstärkte Sicherheitsmassnahmen bei der UNO

«Die Fahrzeuginsassen sagten, dass sie ihren Onkel in Genf besuchen wollten», ist im Artikel zu lesen. Das Auto wurde daraufhin mehrmals in der Region Genf gesehen. Einer der Männer soll ein Bekannter des flüchtigen Salah Abdeslam sein, einem der Paris-Attentäter.

«Nicht mit Brüssel vergleichbar»

Die Situation in Genf nach der Terror-Warnung ist nach den Worten des Genfer Sicherheitsdirektors Pierre Maudet nicht mit jener in Brüssel nach den Anschlägen von Paris zu vergleichen. Man könne auch nicht sagen, dass ein Attentat verhindert worden sei, sagte Maudet.

Terroralarm in Genf: Aktuelle Aufnahmen vom Grenzübergang Bardonnex

Terroralarm in Genf: Aktuelle Aufnahmen vom Grenzübergang Bardonnex

"Tatsache ist, dass die Alarmstufe erhöht wurde, nachdem der Bund uns über die Anwesenheit mehrerer Verdächtiger in Genf informiert hat", sagte Maudet in einem Interview, das am Freitag in "Le Temps" erschien. Es sei notwendig geworden, der Bevölkerung den Grund dafür mitzuteilen, dass sichtbar mehr Sicherheitskräfte im Einsatz stünden.

In Genf läuft eine Fahndung nach mehreren Personen, die im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris von vor einem Monat stehen könnten. Die Genfer Polizei informierte am Donnerstagmittag über die Fahndung und die Anhebung der Alarmstufe.

Solange eine konkrete Bedrohung bestehe, werde das Sicherheitsdispositiv beibehalten, sagte Maudet weiter. Zu allfälligen Festnahmen wollte sich der FDP-Politiker nicht äussern. Das sei Sache der Justiz.

US-Botschaft warnt

Die Botschaft der USA in Bern hat US-Bürgerinnen und -Bürger wegen der Terror-Warnung in Genf zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Sie fordert Reisende und Ansässige in der Schweiz dazu auf, sich über neue Entwicklungen informiert zu halten.

US-Bürger sollten ihre "persönlichen Sicherheitsvorkehrungen" überprüfen, überall auf der Hut sein und sich um die aktuellsten lokalen Nachrichten bemühen, heisst es seit Donnerstagabend auf der Botschaftswebsite.

Zudem empfiehlt die Botschaft, die "angemessene Schritte" zur Erhöhung der persönlichen Sicherheit zu unternehmen und sich beim US-Aussenministerium für Sicherheitsupdates zu registrieren.

Die Bundesanwaltschaft eröffnete am Mittwoch ein Strafverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts auf Unterstützung oder Mitgliedschaft einer kriminellen Organisation. Auch die Genfer Staatsanwaltschaft ermittelt.

Die amerikanische Bundesbehörde CIA soll der Schweiz die Informationen über die Männer zugespielt haben, berichtete «Le Matin» gestern und veröffentlichte ein Bild von vier mutmasslich Verdächtigen. Es ist denkbar, dass sie einen Anschlag auf das UN-Treffen zwischen Uno-Gesandten und syrischen Delegierten am Freitag beabsichtigten.

Tweet LeMatin: Bild von vier gesuchten Verdächtigen

Ein fünfter Verdächtiger soll gemäss «Le Matin» am Nachmittag festgenommen worden sein. Der Mann habe in einer Video-Botschaft Angriffe in Genf, Vancouver und Ottawa angekündigt. (sda/nch)

Tweet LeMatin 2

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