"Sechzig Jahre lang war CERN ein Ort, an dem Menschen zusammenarbeiten konnten, egal aus welcher Kultur oder welchem Land sie stammten", sagte CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer in einer Mitteilung. "Wir bilden eine Brücke zwischen Kulturen, indem wir eine universelle Sprachen sprechen, die Sprache der Wissenschaft."

Das CERN erblickte das Licht der Welt am 29. September 1954, als die 12 Gründungsstaaten (Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Grossbritannien, Italien, Jugoslawien, Niederlande, Norwegen, Schweden und die Schweiz) die Konvention unterzeichneten. Heute hat das CERN 21 Mitgliedsstaaten.

Die Mission des CERN ist die Grundlagenforschung: Herauszufinden, wie das Universum und die Materie entstanden sind und wie sie funktionieren. 1954 war das kleinste bekannte Teilchen noch der Atomkern. Auch das elektrisch geladene Elektron war schon länger bekannt.

Heute weiss man, dass sogar der Atomkern selbst aus Teilchen besteht, den Quarks. Diese sind Fermionen wie die Neutrinos und Myonen. Weiter kennt man diverse Bosonen, die Kräfte übertragen, wie das Lichtteilchen (Photon) und das Higgs-Teilchen, ein Heer von Hadronen und sogar Antiteilchen.

Über weitere Teilchen, die zum Beispiel die mysteriöse Dunkle Materie erklären könnten, wird spekuliert. Aus diesen winzigen Bausteinen konnten die Physiker in den vergangenen 60 Jahren eine solide Theorie aufbauen. Dieses sogenannte Standardmodell der Teilchenphysik beschreibt die Elementarteilchen und ihre Wechselwirkungen.

MRI und Touch-Screen

Dank immer leistungsstärkeren Teilchenbeschleunigern konnten CERN-Forscher in immer höheren Energiebereichen nach neuen Teilchen suchen - und fündig werden. Dies bescherte dem CERN nicht nur einige Nobelpreise, sondern auch die Gesellschaft profitiert von den technischen "Spin-Offs" der Teilchenforschung.

Zu diesen gehört nicht nur das Internet, sondern auch die Computer- (CT) und Magnetresonanztomographie (MRI) für die Krankheitsdiagnose und der Touch-Screen auf dem Smartphone. Mit Synchrotron-Licht kann man archäologische Fundstücke durchleuchten und dank dem Grid-Computing grosse Datenmengen etwa in der Erdbeben- oder Genforschung bewältigen.