Mehrere Sicherheitsbeamte hätten das Haus ihrer Schwester Nushin Ebadi am Montagabend durchsucht, den Computer beschlagnahmt und sie abgeführt, sagte die 62-jährige Menschenrechtsaktivistin und Anwältin im Nachrichtensender CNN.

Ihre Schwester sei eine Wissenschaftlerin und keine politische Aktivistin. Das Ziel der Aktion gegen sie selber gerichtet gewesen, um sie einzuschüchtern, war Ebadi überzeugt.

Erstmals äusserte sich Staatschef Mahmud Ahmadinedschad öffentlich zu den Protesten. Die Kundgebungen seien von "Zionisten und Amerikanern" gesteuert worden, sagte er.

Von dem "Spektakel" werde es einem "speiübel", sagte Ahmadinedschad. Sowohl diejenigen, die es geplant, als auch die, die daran teilgenommen hätten, seien "im Irrtum".

Der Zorn Teherans richtete sich vor allem gegen Grossbritannien. Der Regierung in London warf Aussenminister Manucher Mottaki vor, sich in innere Angelegenheiten eingemischt zu haben. Grossbritannien riskiere "einen Schlag ins Gesicht", wenn es nicht aufhöre, "Unsinn zu reden", sagte Mottaki.

Ein Vertreter des geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei forderte die Todesstrafe für Oppositionsführer. Diejenigen, die hinter den derzeitigen Unruhen steckten, seien Feinde Gottes und müssten nach den Gesetzen der Scharia hingerichtet werden, zitierte das staatliche Fernsehen den Geistlichen Abbas Waes-Tabasi.

Auch das von konservativen Abgeordneten dominierte Parlament forderte eine harte Strafe für die Demonstranten, die mit ihren Gewaltaktionen das heilige Aschura-Fest gestört hätten. Parlamentspräsident Ali Laridschani und andere Abgeordnete setzten sich für die härteste Bestrafung ein, die in diesem Fall möglich sei.