Ted Kennedy sei als Senator zum "grössten Gesetzgeber unserer Zeit geworden", sagte Obama bei einem bewegenden Trauergottesdienst am Samstagmorgen (Ortszeit) in Boston (Massachusetts). Am Abend wurde Kennedy auf dem amerikanischen Nationalfriedhof Arlington (Bundesstaat Virginia) beerdigt.

An der privaten Zeremonie auf dem Friedhof an der Stadtgrenze zu Washington nahmen vor allem Angehörige und engste Freunde teil. In Arlington haben auch Ted Kennedys ermordete Brüder John F. Kennedy und Bob Kennedy ihre letzte Ruhe gefunden.

Die grossen US-Fernsehstationen übertrugen trotz der angebrochenen Dunkelheit die nur vage sichtbaren Begräbnis-Feierlichkeiten - ebenso wie den Gedenkgottesdienst am Vormittag in Boston - live.

Zu den 1500 dicht gedrängten Teilnehmern der Feier in der Basilika "Our Lady of Perpetual Help" gehörten die ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter, Bill Clinton - in Begleitung seiner Frau, US-Aussenministerin Hillary Clinton - und George W. Bush. Unter der Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur befanden sich auch Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger und Hollywoodstar Jack Nicholson.

Kinder, Enkel und Neffen Ted Kennedys gestalteten - zum Teil mit Tränen erstickter Stimme - den katholischen Gottesdienst zu Ehren des Senators von Massachusetts mit.

Opernstar Placido Domingo sang, von dem berühmten Cellisten Yo-Yo Ma begleitet, "Panis Angelicus", komponiert von César Franck. Die Opernsängerin Susan Franck bot das "Ave Maria" von Franz Schubert dar. Ted Kennedy war am Dienstagabend an einem Gehirntumor gestorben.

Kennedy sei ein Mann mit Überzeugungen und Humor gewesen, den auch die politischen Gegner respektiert hätten. Mehr als tausend Gesetze trugen den Namen des Gestorbenen, so Obama. Ted Kennedy sei "vom Baby der Familie zu ihrem Patriarchen geworden". Er sei nie der Repräsentant der Reichen und Mächtigen gewesen, "er gab denen eine Stimme, die nicht gehört wurden".

Schon am Freitag hatten Verwandte, Parteifreunde und Oppositionspolitiker bei einer Gedenkveranstaltung den US-Senator als einen der Heroen der amerikanischen Politik gewürdigt.

Vizepräsident Joe Biden nannte ihn in der John-F.-Kennedy-Gedenkstätte in Boston ein Vorbild an Uneigennützigkeit und Lebensmut. Er glaube nicht, dass mit dem Tod des Senators die "Ära Kennedy" vorbei sei. Nach wie vor bildeten die Kinder der Generation von John F., Bob und Edward Kennedy "eine unglaubliche Familie..., talentierter und engagierter als jede andere Familie, die ich gesehen habe".

Auf der Veranstaltung mit dem Titel "Ein Fest für das Leben" zeichneten Verwandte und Spitzenpolitiker mit zahlreichen Anekdoten ein oft heiteres Bild des "liberalen Löwen aus Massachusetts". Chöre und Sänger komplettierten die bewegende Gedenkfeier.

Schon seit Donnerstag hatten mehr als 50'000 Menschen dem Senator an seinem aufgebahrten Sarg in der John-F.-Kennedy-Bibliothek die letzte Ehre erwiesen.

Nach dem Tod seiner beiden in den 1960er Jahren ermordeten Brüder John F. und Robert hatte Edward als Oberhaupt seines Familien-Clans gegolten.

Er sass 47 Jahre ununterbrochen im US-Senat und wurde zu einem der politischen Schwergewichte Amerikas. Seine Ambitionen, Präsident der mächtigsten Nation der Welt zu werden, zerschlugen sich, als er 1969 einen Unfall verursachte, bei dem seine Begleiterin in einem Fluss ertrank, und er sich erst Stunden später bei der Polizei meldete.