SP-Präsident Christian Levrat sagte in Chur und Stäfa ZH, mit ihren riesigen Salären und Boni verhöhnten die Ospels, Dougans und Vasellas die Arbeit und die Mühen der Arbeitnehmenden. Zwar sei das Volk geduldig, aber diese Geduld habe Grenzen, warnte der Freiburger Nationalrat.

Auch die höchste Schweizerin, Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer Wyss (SP/AG), wandte sich gegen überrissene Boni. In Baden AG forderte sie nationale und internationale Regeln, um Exzessen einen Riegel zu schieben.

Der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), Paul Rechsteiner, prangerte den "grenzenlosen Zynismus" der Banker an. Das herrschende System sei korrupt, sagte er in Uster ZH.

In Basel, wo die Grossbank UBS einen ihrer Sitze hat, verlangte Unia-Co-Präsident Andreas Rieger vor rund 1500 Demonstranten, es sei "höchste Zeit, die Herrschaft der Riesenkraken Grossbanken abzuschütteln". Diese hielten die Schweiz im Würgegriff.

Die grösste Demonstration fand in Zürich statt, wo rund 8000 Menschen trotz nasskalten Wetters durch die Innenstadt zogen. Da es in Zürich am 1. Mai traditionsgemäss bei Nachdemonstrationen zu Krawallen kommt, ist die Polizei mit einem Grossaufgebot vor Ort.

Doch ebenfalls traditionsgemäss blieb die Hauptkundgebung unter dem umstrittenen Motto "Moneypulation - verlieren wir die Beherrschung" friedlich.

Friedlich blieb es in Deisswil bei Bern: Dort machten rund 100 Menschen ihrer Wut darüber Luft, dass Anfang April die Kartonfabrik des Dorfes von den österreichischen Besitzern Knall auf Fall geschlossen worden war.