Niger

Tausende Menschen im Niger unterstützen die Putschisten

Unterstützung für die Putschisten im Niger

Unterstützung für die Putschisten im Niger

Nach dem Militärputsch im Niger haben 10'000 Menschen ihre Unterstützung für die Putschisten kundgetan, aber auch freie Wahlen im Land gefordert. Augenzeugen berichteten von einer grossen Versammlung vor dem Parlament in der Hauptstadt Niamey.

"Wir feiern den Sturz" von Präsident Mamadou Tandja, sagte der frühere Abgeordnete Soumana Sanda einem Reporter der Nachrichtenagentur AFP vor dem Parlament. Zu der Kundgebung aufgerufen hatte die demokratische Sammelbewegung CFDR, zu der neben politischen Parteien auch Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften gehören.

Die CFDR-Bewegung forderte in einem Memorandum die Wiederherstellung demokratischer Strukturen sowie transparente Wahlen in dem an Uran-Vorkommen reichen Land.

Als Vertreter der Militärregierung kündigte Oberst Djibrilla Hamidoi Hima bei einem Besuch in Mali die Abhaltung von Wahlen an, nannte aber keinen Termin. Zunächst müsse die politische Lage stabilisiert werden, sagte Hima in Malis Hauptstadt Bamako. Die Absicht der neuen Führung sei es, die Menschen im Niger zu einen, versicherte er.

Mehrere Mitglieder der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion äusserten nach Angaben des Junta-Oberst bei einem Treffen in Bamako Verständnis für die aktuelle Lage im Niger.

Unterdessen dementierte die Regierung in Rabat Berichte, wonach der entmachtete Tandja nach Marokko ins Exil kommen oder zumindest dort Zwischenstation machen könnte. Solche Informationen "sind falsch und entbehren jeder Grundlage", erklärte das Aussenministerium.

Zuvor hatten mehrere marokkanische Quellen übereinstimmend berichtet, der 71-jährige Tandja solle noch am Samstag in Marokko eintreffen.

Die Putschisten hatten Tandja am Donnerstag festgenommen und die Verfassung ausser Kraft gesetzt. Der Staatschef hatte die Verfassung vergangenes Jahr unter grossem internationalen Protest ändern lassen, um sich nach zehn Jahren an der Macht eine weitere Amtszeit bis mindestens 2012 zu ermöglichen.

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