Armenien

Tausende Armenier gedenken Massakern im Ersten Weltkrieg

Gedenkveranstaltung zu Armenien

Gedenkveranstaltung zu Armenien

Tausende Menschen haben in der armenischen Hauptstadt Eriwan der Massaker an Armeniern während des Ersten Weltkrieges gedacht. Die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung zum 94. Jahrestag versammelten sich an einem Denkmal auf einem Hügel der Stadt.

Präsident Sersch Sarkissjan betonte, sein Land werde weiter dafür kämpfen, dass die Massaker im damaligen Osmanischen Reich als Völkermord anerkannt würden.

Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches lehnt die Bezeichnung Völkermord ab. Zwischen beiden Ländern herrscht seit Jahrzehnten Eiszeit; am Donnerstag verständigten sich Ankara und Eriwan unter Schweizer Vermittlung aber auf einen Fahrplan zur Normalisierung ihrer Beziehungen.

"Verbrechen gegen die Menschlichkeit haben kein Verfallsdatum, weder im Gedächtnis der Menschen noch in der Geschichte", rief Sarkissjan. Bei der internationalen Anerkennung und Verurteilung des Völkermordes an den Armeniern gehe es daher darum, historische Gerechtigkeit wiederherzustellen.

Zugleich zeigte sich Sarkissjan versöhnlich gegenüber dem Nachbarstaat Türkei: "Der Prozess einer Anerkennung des Völkermordes richtet sich nicht gegen das türkische Volk, und die Anerkennung des Genozids durch die Türkei ist keine Bedingung für die Aufnahme bilateraler Beziehungen."

Armenien, mehrere westliche Staaten und ein Grossteil der internationalen Forschung sehen es als erwiesen an, dass bei den Massakern zwischen 1915 und 1917 bis zu 1,5 Millionen Menschen starben, und sprechen von Völkermord. Ankara dagegen weist den Völkermord-Vorwurf zurück.

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