Benzin

Tankstellen mit bis zu 60 Prozent weniger Umsatz: Staat entgehen über 200 Millionen

Noch nie war es so günstig, sein Auto vollzutanken.

Noch nie war es so günstig, sein Auto vollzutanken.

Schweizer Tankstellen haben ein hartes Jahr hinter sich: Der Preiszerfall beim Rohöl und die Aufhebung des Euro-Mindestkurses schmälerten ihre Umsätze um bis zu 60 Prozent. Und die Aussichten werden nicht besser.

Noch 1.24 Franken bezahlen Autofahrer zurzeit in St. Margrethen für einen Liter Bleifrei 95. So billig war Benzin seit Jahren nicht mehr.

Wie die „Schweiz am Sonntag“ schreibt, war bereits das vergangene Jahr 2015 das günstigste Jahr seit 2004, um sein Auto zu tanken. Doch die Tankstellen konnten davon nicht profitieren.

Im Gegenteil: BP Schweiz etwa setzte 2015 sechs Prozent weniger Treibstoff ab als 2014. Der Tankstellenbetreiber Oel-Pool, zu dem unter anderem die „Ruedi Rüssel“-Tankstellen gehören, spricht von bis zu 60 Prozent Umsatzeinbussen bei einzelnen Tankstellen.

Grund dafür ist die Aufhebung des Euro-Mindestkurses: Der zuvor florierende Tanktourismus in den Grenzregionen sei „tot“, wie Oel-Pool-Chef Ramon Werner der Zeitung sagt.

Zudem kamen weniger Touristen mit ihrem Auto in die Schweiz. „Das bedeutet auch, dass die Shops weniger Umsätze machen und Arbeitsplätze verschwinden“, sagt Werner.

Eine Sprecherin von Coop Mineralöl sagt der „Schweiz am Sonntag“, man habe letztes Jahr „etliche Millionen Liter Treibstoff“ ins Ausland verloren. Darunter leiden nicht nur die Tankstellenbetreiber, sondern auch der Staat: Im Vergleich zum Vorjahr wurden in den ersten drei Quartalen des Jahres 200 Millionen Franken weniger Gelder aus der Mineralölsteuer und dem Mineralölsteuerzuschlag auf Benzin und Dieselöl eingenommen.

Die Zukunftsaussichten der Branche sind düster: Nicht nur wegen dem Euro-Kurs, auch wegen der effizienter werdenden Autos wird an Schweizer Tankstellen immer weniger Treibstoff verkauft. „Die Herausforderung für die Branche ist deshalb, zu bestehen und um jeden Kunden zu kämpfen“, sagt Oel-Pool-CEO Werner der „Schweiz am Sonntag“.

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