McChrystal warnte vor der zunehmenden Stärke der Taliban. Die Aufständischen würden sich immer mehr ausserhalb ihrer Hochburgen im Süden wagen und bislang vergleichsweise ruhige Regionen im Norden und im Westen des Landes bedrohen, sagte er dem "Wall Street Journal".

Die Dynamik der Taliban müsse gestoppt werden. "Das ist eine hartes Stück Arbeit", konstatierte McChrystal. Derzeit hätten die Taliban die Oberhand. Die US-Truppen müssten sich weiterhin auf hohe Verluste einstellen.

McChrystal kündigte eine Strategieänderung der Truppen in Afghanistan an. US-Präsident Barack Obama hat bereits 21'000 zusätzliche US-Soldaten nach Afghanistan geschickt. Damit erhöht sich die Zahl der US-Soldaten auf 68'000. Hinzu kommen rund 30 000 Soldaten aus NATO-Staaten und anderen Ländern.

Die afghanische Wahlbehörde teilte mit, dass die kommenden Wahlen in mehreren Gebieten aufgrund der anhaltenden Gewalt unter Umständen verschoben werden müssen. Wo die Sicherheit nicht garantiert werden könne, werde es "ernsthafte Probleme" geben, hiess es.

In 35 Distrikten seien afghanische und internationale Truppen derzeit in Kämpfe mit Aufständischen verwickelt, neun Distrikte würden von den Aufständischen kontrolliert. Die Wahlbehörde rechnet damit, dass insgesamt 93 von etwa 7000 Wahllokalen am 20. August geschlossen bleiben werden.