System und nicht Kunde ist König

System und nicht Kunde ist König

System und nicht Kunde ist König

Wie können die Kunden des öffentlichen Verkehrs Änderungen bewirken? Darüber klärte an der Versammlung der Schodoler-Gesellschaft Fredy Zobrist auf.

Susanna Vanek

Ein grosses Thema in den «Bremgarter Neujahrsblättern» 2010 ist die BDWM. Das Thema öffentlicher Verkehr kam auch im letzten Teil der Versammlung, im Referat von Fredy Zobrist, zur Sprache. Zobrist lange Zeit für die BDWM tätig und davor für die SBB, besitzt in Sachen Fahrplanverfahren eine lange Erfahrung. Früher habe es im Kanton Aargau eine Fahrplankonferenz gegeben, berichtete er. Diese wurde aber gestrichen, seit der Kanton den Regionalverkehr mitbezahle.

öV-Angebot mitgestalten

Mit einer privaten Gruppe habe das Freiamt darauf seine Wünsche in Sachen Fahrplan kundgetan, später im Namen der IG Neat, mittlerweile gebe es eine 18-köpfige Fahrplankommission, die sich darum bemühe, das Angebot in Sachen öffentlicher Verkehr mitzugestalten. Einiges sei erreicht worden, so Zobrist, etwa das neue Rollmaterial für die BDWM oder der Schnellzugshalt in Lenzburg, anderes wie Direktzüge nach Zug hingegen nicht.

Das liege nicht zuletzt daran, machte Zobrist klar, weil man beim Fahrplan in langen Zeithorizonten denken und planen müsse – momentan plane die 2006 gegründete öV-Gruppe Freiamt bis ins Jahr 2030. «Viele Entscheide, die in der Zwischenzeit gefällt werden, schaffen Rahmenbedingungen, die Änderungen verunmöglichen», sagte Fredy Zobrist.

Beharrlichkeit führt zum Ziel

Weil vieles vorgegeben sei, etwa der Platz im Bahnhof Zürich oder Anschlüsse, die etwa in Dietikon erreicht werden müssen, sei es schwierig, Änderungen vorzunehmen. Mit Beharrlichkeit führte Zobrist weiter, käme man hin und wieder dennoch zum Ziel. So hätte er in Affoltern a.A. zum Beispiel jahrelang dafür gekämpft, dass es um 7.15 Uhr eine Verbindung nach Zürich gebe. Als endlich ein Probebetrieb bewilligt wurde, informierte Zobrist flugs die Lokalpresse, die für die neue Verbindung warb. In der Folge war dieser Zug täglich voll – und wurde daher in den Fahrplan aufgenommen.

«Man kann zwar sagen, dass nicht der Kunde König ist, sondern das System. Aber indem er bestimmte Verbindungen benutzt oder eben nicht, hat es der Kunde doch in der Hand, den Fahrplan mitzugestalten.»

Neuer Vorstand

Problemlos nahmen die Anwesenden vor der Versammlung die einzelnen Traktanden an. Angenommen wurde etwa die Jahresrechnung, die mit einem Plus von 2154 Franken schliesst. Das Vermögen der Schodoler-Gesellschaft beträgt neu 48878 Franken. Neu gewählt wurde der Vorstand, der sich aus den bisherigen Petronella Bamert, Alexander Spillmann, Heinz Koch, Hans-Ruedi Bossart, Lis Glavas und Fridolin Kurmann zusammengesetzt. Zurückgetreten ist Nathalie George, ihr Sitz wird indes erst nächstes Jahr neu besetzt. Die Autoren der Neujahrsblätter wurden vorgestellt, als Dankeschön erhielten sie eine Flasche Wein.

Meistgesehen

Artboard 1