Das ganze Wahlprozedere wirkt somit undemokratisch, unsympathisch und schadet nur der Partei», schreibt das Komitee. Eine Gruppierung innerhalb der SVP verhalte sich in dieser Auseinandersetzung unkollegial, mit «dem Ziel, natürlich die Wahl zu gewinnen».

Leuenberger «intrigiert»

Auf Anfrage bestätigt Kurt Hürzeler, er wehre sich gegen die penetrante Wahlwerbung von SVP-Grossrat Beat Leuenberger. «Es ist unmöglich», sagt er, «Leuenberger setzt im Dorf auf 200 Metern vier Plakate hin, das ist zu viel.» Dabei spielt bei den Leuten des Komitee auch Persönliches mit, erklären sie doch, für sie sei Leuenberger nicht mehr wählbar, «weil er unehrlich ist und intrigiert gegen andere Vorstandsmitglieder».

Das Komitee kommt zum Schluss: «Wir können die Wahl solcher Kandidaten nicht unterstützen.» Die übermässig vielen Plakate würden nur der Person, nicht aber der Politik dienen, «und das wollen wir als einfache Landbevölkerung nicht».

Grossrat Beat Leuenberger nimmt den Vorwurf des Komitees, er übertreibe mit seiner Werbung, gelassen. «Damit habe ich kein Problem, das ist das persönliche Befinden von Kurt Hürzeler. Leuenberger bestätigt, dass er für diesen Wahlkampf mehr Mittel aufwende als vor vier Jahren. «Ich habe mit dem SVP-Kandidaten David Oehlert ein Team gebildet, und wir haben je 150 Kandelaberplakate über den Bezirk verteilt.»

Leuenberger betont, dass die Kandidaten für diese Einzelwerbung selber aufkommen, dass die Bezirkspartei die Grundwerbung mit Gruppenbildern organisiere.

«Weniger wäre mehr»

Grossrat Martin Sommerhalder, SVP-Bezirksparteipräsident und selber Kandidat, ist nicht Mitglied der Komitees. Er sagt, er habe sich an die Abmachungen gehalten. «Nach dem 8. Februar habe ich meine Plakate platziert, 2 bis 3 Stück pro Gemeinde im Bezirk.» Damit sei er gut aufgestellt. Er bestätigt, dass er wisse, dass Leuenberger laufend mit Plakaten nachdopple.

«Irgendeinmal ist das übertrieben und wirkt kontraproduktiv», sagt auch Sommerhalder. «Weniger wäre mehr», dies gelte auch bei der privat bezahlten Werbung. Er halte sich an den Grundsatz: «Wir wollen miteinander nach Aarau und nicht gegeneinander.» (mz/psi/fhe)