Das 96-seitige Dokument ist als Gegenprojekt zum Lehrplan 21 gedacht, den die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) derzeit ausarbeitet. Die SVP hatte damit gerechnet, dass dieser im Herbst vorliegen würde, was nicht der Fall ist.

Der Lehrplan ist der Partei aber schon jetzt ein Dorn im Auge. Sie befürchtet insbesondere, dass den Kantonen zu viel vorgeschrieben werden könnte. Mit dem Lehrplan 21 werde sich die EDK zum "Bildungsvogt" mausern, warnte SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer am Dienstag an einer Medienkonferenz in Bern.

SVP will weniger Fremdsprachenunterricht

Ulrich Schlüer zum SVP-Lehrplan

Ginge es nach dem Willen der SVP, sollte der neue Lehrplan nur Ziele enthalten. Auch die SVP möchte den Kantonen aber einiges vorschreiben. So soll der Fremdsprachenunterricht erst in der Oberstufe einsetzen.

Fremdsprachen nicht für alle

Zwei Fremdsprachen - Französisch und Englisch - wären nur im Niveau A obligatorisch, also für die besten Schüler. Im Niveau B würden die Schüler wählen, welche der beiden Sprachen sie lernen. Ganz freiwillig wäre der Fremdsprachenunterricht im Niveau C der Oberstufe.

Aufgewertet werden sollen nach dem Willen der SVP die Fächer Mathematik und Realien. In der Mathematik fordert die Partei eine Rückkehr zum "bewährten Rechenunterricht" mit mehr Kopfrechnen und Dreisatz.

Klimawandel mit Fragezeichen

Das heutige Fach "Mensch und Umwelt" lehnt die SVP ab. Solchen Fächern mit Inhalten wie dem "beliebten" Klimawandel seien Fächer wie Physik zum Opfer gefallen, kritisierte der Thurgauer Lehrer Franziskus Graber. Die globale Erwärmung sollte nach Ansicht der SVP im künftigen Lehrplan unter dem Titel "Klimakatastrophe oder Klimalüge?" thematisiert werden.

Mehr Gewicht sollte ausserdem die Schweizer Geschichte erhalten - und zwar nicht in Form "linker Geschichtsschreibung". Als solche taxiert die SVP den Bergier-Bericht über die Schweiz während dem Zweiten Weltkrieg.

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