F/A-18-Absturz

SVP trauert um Absturzopfer und enerviert sich über Ausländer in Kampfjets

Die SVP enerviert sich über Deutsche in Schweizer Cockpits von Kampfjets.

Die SVP enerviert sich über Deutsche in Schweizer Cockpits von Kampfjets.

An der Delegiertenversammlung der SVP legt die Partei eine Schweigeminute für die getöteten Insassen des abgestürzten F/A-18-Kampfjets ein. Gleichzeitig versucht die Partei aus dem Unfall Stimmung für ihre Masseneinwanderungsinitiative zu machen.

Nur drei Tage sind vergangen, seit zwei Schweizer Kampfjetpiloten und ein Fliegerarzt deutscher Staatsbürgerschaft mit zwei F/A-18-Kampfjets auf dem Militärflugplatz Meiringen BE abhoben. Der eine Pilot kehrte später wieder dorthin zurück, sein Kollege und der Arzt nicht. Ihr Flugzeug ist am Lopper bei Alpnachstad NW zerschellt.

Es ist Samstag, als sich die Delegierten der SVP zu ihrer Versammlung in Meiringen auf demselben Flugfeld treffen. In der Zwischenzeit sind die beiden beim Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Männer gefunden worden. Die SVP-Delegierten halten in Gedenken an die getöteten VBS-Angestellten eine Schweigeminute.

Der Deutsche im F/A-18-Cockpit

Doch rasch weicht die Trauer der Irritation über die deutsche Staatsbürgerschaft des Fliegerarztes. Aus der Irritation wird Misstrauen und sie gibt – wenn auch am Rande der Delegiertenversammlung – zu reden.

Nun sorgt der deutsche Pass des Arztes für Zündstoff. Parteiexponenten um Chrsioph Blocher und Christoph Mörgeli wollen damit Stimmung machen für die Masseneinwanderungsinitiative, die im Februar vors Volk kommt. Wie der «Tagesanzeiger» heute berichtet, will Nationalrat Christoph Blocher in einer Anfrage an den Bundesrat die Nationalität des Verunglückten thematisieren.

Parteikollege Mörgeli erklärte die Verlinkung so: Es sei eine Folge der Massenzuwanderung, dass Ausländer, wie der Arzt des Fliegerärztlichen Institutes der Armee, sicherheitsrelevante Schlüsselpoltitionen in der Bundesverwaltung einnehmen würden.

Sicherheitsüberprüfung für getöteten Arzt

Deutsche Staatsangehörige in Schweizer F/A-18-Cockpits – die Schweizer Luftwaffe nimmt dazu folgendermassen Stellung: Was in der Privatwirtschaft zutreffe, habe auch für die Armee Gültigkeit. Sie sei in bestimmten Bereichen auf Fachleute angewiesen. Luftwaffen-Sprecher Jürg Nussbaum zur «Nordwestschweiz»: «Wenn der Schweizer Arbeitsmarkt diese Fachleute nicht hergibt, muss nach erfolgter Sicherheitsüberprüfung die Möglichkeit einer Anstellung ausländischer Arbeitskräfte in gewissen nicht sensiblen Bereichen in Betracht gezogen werden.»

Es gebe innerhalb der Armee Bereiche, wo dies aus Sicherheitsgründen nicht möglich sei, so Nussbaum. Im Bereich der Flugmedizin ist es aber möglich. Der Bereich Flugmedizin gehöre nicht zu den sensiblen Bereichen in der Armee, die man nicht mit ausländischen Staatsbürgern besetzen dürfe. Der deutsche Arzt sei im übrigen einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen worden. (dfu)

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