Andreas Tschopp

Künten hat seine erste Ortspartei, die SVP. Sie wird präsidiert von Gemeinderat Emil Meier, der Ambitionen aufs Ammannamt angemeldet hat. Star des Abends war jedoch eindeutig SVP-Boss Toni Brunner.

«Die Scheune passt zu einer rechten SVP», sagte Emil Meier, bisher parteiloser Gemeinderat in Künten, einleitend zur Gründungsversammlung der dortigen SVP, deren Initiant Meier zusammen mit Werner Schüpfer ist. Die Versammlung fand am Dienstagabend auf dem Hof von Stephan Steger statt und wurde von rund 120 Personen besucht.

«Wie wenn die Kinder ausziehen»

Diese kamen nicht speziell, um das jüngste «Kind» der nach wie vor wachsenden SVP-Familie aus der Taufe zu heben und zugleich aus dem Verbund der bisherigen SVP Rohrdorferberg loszulösen. Dieser formelle Akt wurde durch Bezirksparteipräsidentin Annerose Morach vollzogen. «Künten will selbstständig werden, da ein grosses Potenzial im Dorf vorhanden ist», betonte die Bezirksparteipräsidentin, die gleichzeitig Trost spendete an die Adresse von Theres Meier, Präsidentin der 2007 gegründeten SVP Rohrdorferberg. «Ihr geht es so, wie wenn die Kinder zu Hause ausziehen», meinte Morach.

Duell um das Ammannamt?

Den Vorstand der neuen SVP Künten bilden Werner Schüpfer, der bisher ebenfalls parteilose Gemeinderat Karl Diener, Beatrice Hächler, der gastgebende Landwirt Stephan Steger und Emil Meier als Präsident. Dieser schloss nicht aus, im Herbst neu als Ammann zu kandidieren. Nominieren wird die SVP am 3. Juni. Zuvor gibt schon am 11. Mai Vizeammann Werner Fischer bekannt, ob er auch Ambitionen für das höchste Gemeindeamt hegt, womit ein Duell möglich werden könnte.

Mit Fischer, dem abtretenden Ammann Enrico Carfora und Cécile Kohler als Helferin war der Gemeinderat komplett vertreten bei der SVP-Gründung. Dies sehr zur Freude von Toni Brunner, der zuerst denn auch die Lokalpolitiker ansprach. Er betonte, dass diese bei Sektionsgründungen im Wallis zumeist fehlen würden «und danach dann Besuch vom Pfarrer erhalten».

Kernbotschaft in den Sprüchen

Damit sorgte der SVP-Chef für den ersten grossen Lacher, die sich wie ein roter Faden durch seine frei gehaltene Rede zogen. Darin sprach Brunner vom Versagen der Bürgerlichen und davon, dass die SVP eine «Marktlücke» gesucht und gefunden habe in der Aussenpolitik. Er kritisierte die «Fettnäpfchenpolitik der Frau Calmy» und bekräftigte, dass die SVP die Interessen der Schweiz stets hochhalten werde, auch wieder in der Frage des Armeeeinsatzes gegen Piraten. «Es gibt ja nichts Schöneres, als die eigene Scheune auszuräumen für eine SVP-Gründung», meinte der Landwirt. Brunner vermochte so alle in seinen Bann zu ziehen, auch die Landjugend, die zum Schluss aufs Bild mit ihm drängte.