Ständeratswahlen

SVP-Sturm aufs Stöckli findet nicht statt

Gesetzt: SVP-Präsident Toni Brunner dürfte für St. Gallen einziehen.  key

Gesetzt: SVP-Präsident Toni Brunner dürfte für St. Gallen einziehen. key

15 Sitze im Ständerat konnten am 23.Oktober nicht besetzt werden. In elf Kantonen finden daher zweite Wahlgänge statt. Dabei droht der SVP eine weitere Niederlage nach dem Verlust von acht Nationalratssitzen.

Mehr als drei Sitze zu den vier bereits erzielten (This Jenny aus Glarus, Hannes Germann aus Schaffhausen, Alex Kuprecht aus Schwyz und Roland Eberle aus dem Thurgau) liegen kaum drin.

Chancen kann sich die SVP am ehesten in St.Gallen ausrechnen, wo Parteipräsident Toni Brunner das zweitbeste Resultat nach FDP-Hoffnung Karin Keller-Sutter gemacht hat. Dass sowohl SP wie CVP – mit Nationalrat Paul Rechsteiner respektive dem ehemaligen FC-St.Gallen-Präsidenten Michael Hüppi – nochmals antreten, wird Brunner zusätzlich nützen.

Berner Wahlgang ist völlig offen

Unsicherer, aber immerhin noch im Bereich des Möglichen ist die Verteidigung des Sitzes von Adrian Amstutz in Bern. Dort hatte im ersten Wahlgang niemand das absolute Mehr erreicht, Amstutz lag vorn. Dennoch ist es möglich, dass er die Wiederwahl nicht schafft, wenn sich Mitte-Links gegen ihn verbünden. Am sichersten ist die Wiederwahl von BDP-Ständerat Werner Luginbühl, der vielen Linken lieber sein dürfte als Amstutz.

Hoffnungen kann sich die SVP auch im Kanton Schwyz machen. Nachdem ihr Ständerat Alex Kuprecht schon im ersten Wahlgang bestätigt wurde, greift sie nun mit dem zurückgetretenen Nationalrat Peter Föhn auch noch den zweiten Schwyzer Sitz an. Ob dieses Manöver aufgeht, ist aber fraglich: Schliesslich stehen mit CVP-Ständerat Bruno Frick und FDP-Wahlkampfleiter Vincenzo Pedrazzini zwei bekannte Gesichter zur Wahl.

Im Aargau droht ein Sitzverlust

In anderen Kantonen sieht noch schlechter aus für den Sturm aufs Stöckli. So dürfte der Aargauer Sitz verloren gehen. Nachdem SP-Politikerin Pascale Bruderer den Wechsel in die kleine Kammer schon im ersten Wahlgang geschafft hat, kämpfen am 27. November die bisherige FDP-Ständerätin Christine Egerszegi und Ulrich Giezendanner von der SVP um den zweiten Sitz. Egerszegi hat das absolute Mehr im ersten Wahlgang vergleichsweise knapp verpasst und hat schon darum die besseren Chancen als Fuhrhalter Giezendanner.

In Uri tritt der SVP-Kantonalpräsident Gusti Planzer am 27. November gegen den bisherigen Ständerat Markus Stadler von den Grünliberalen an, der im ersten Wahlgang nur knapp 300 Stimmen mehr auf sich versammeln konnte als Planzer. Allerdings darf Stadler auf 2500 Stimmen zählen, die SP-Kandidat Felix Muheim gemacht hatte, der nicht noch einmal antritt.

In der Waadt haben SVP und FDP ein bürgerliches Päckli geschnürt: Ihre Kandidaten Guy Parmelin und Isabelle Moret gehen am 13. November gemeinsam ins Rennen gegen die Bisherigen Géraldine Savary (SP) und Luc Recordon (Grüne). Doch ob es reicht, ist fraglich – Savary und Recordon hatten im ersten Wahlgang grossen Vorsprung vor den Bürgerlichen.

Auch in Zürich wird wohl alles beim Alten bleiben. Die Chancen
der grünliberalen Ständerätin Verena Diener und des FDP-Ständerats Felix Gutzwiller gegen SVP-Übervater Christoph Blocher stehen nicht schlecht. Blocher hatte im ersten Wahlgang über 20000 Stimmen hinter dem zweitplatzierten Gutzwiller gelegen.

Keine weiteren Kandidaturen

In den restlichen Kantonen tritt die SVP nicht an, auch wenn Sergio Morisoli im Tessin von ihr unterstützt wird. Er ist jedoch parteilos. Das Rennen im Tessin, wo noch beide Sitze zu besetzen sind, ist völlig offen. Anders in Schaffhausen, hier könnte es ein Aussenseiter schaffen: Der parteilose «Abzocker»-Initiant Thomas Minder erhielt schon im ersten Wahlgang mehr Stimmen als FDP-und SP-Kandidaten.

Im Kanton Solothurn läuft es am 4. Dezember auf ein Duell zwischen den Nationalräten Pirmin Bischof (CVP) und Kurt Fluri (FDP) hinaus. Im Thurgau geht CVP-Nationalrätin Brigitte Häberli ins Rennen gegen FDP-Kantonsrat Max Vögeli.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1