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SVP stört FdP-Kampfkandidatur

In Mümliswil-Ramiswil ist die Kampfwahl fürs Vizeamt umstritten: Die SVP beansprucht es als zweitstärkste Partei und zeigt sich irritiert über die Kandidatur der FdP. Pikant dabei: Erst auf Betreiben der CVP traten die Freisinnigen an.

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Wahl in Mümriswil-Ramiswil

Wahl in Mümriswil-Ramiswil

Fabian Muster

Nun kommt für die Wahl des Gemeindevizeamts am 28. Juni in Mümliswil-Ramiswil doch noch Wahlkampf auf. Die SVP ist «befremdet und enttäuscht», dass ihr als zweitstärkste Partei der Anspruch auf das Amt von der FdP streitig gemacht wird (wir berichteten).

Gegen SVP-Kandidaten und bisherigen Gemeindevize Rainer Roth hat die FdP die einzige Frau des neuen Gemeinderates, Rita Füeg-Lisibach, als Kandidatin aufgestellt (siehe Texte rechts). Die SVP beruft sich auf Abmachungen unter den Parteien. «Es war bisher ein ungeschriebenes Gesetz, dass die zweitstärkste Partei den Anspruch aufs Vizeamt hat», sagt SVP-Präsident Peter Latscha.

Kein Verständnis für SVP-Anspruch

Von solchen Abmachungen wollen jedoch weder die CVP noch die FdP etwas wissen. «Das war früher mal so, als die CVP und die FdP noch unter sich waren», sagt FdP-Präsident Roger Allemann. Die CVP stellte den Gemeindepräsidenten, die Freisinnigen den Vizepräsidenten. Auch CVP-Präsidentin Jacqueline Neuenschwander zeigt kein Verständnis für die Forderung der Volkspartei: «FdP und SVP haben beide mit zwei Sitzen gleich viele Mandate im neunköpfigen Rat. Ich verstehe diesen Aufstand nicht.»

Dazu kommt laut Neuenschwander: «Es war die SVP, die für die Gemeinderatswahlen unbedingt Kampfwahlen wollte. Jetzt will sie dies plötzlich nicht mehr.» Das sei ein fragwürdiges Verständnis von Demokratie. Bei stillen Wahlen wären für die Volkspartei zwei oder drei Sitze vorgesehen gewesen, für die FdP einer oder zwei - die CVP hätte wie jetzt fünf Mandate gehabt. «Für die SVP sind die Gemeinderatswahlen nun schlechter verlaufen als geplant.»

Das gibt auch SVP-Präsident Latscha zu. Die Partei hätte gern den dritten Sitz erobert. Zudem wäre man bereit für eine Listenverbindung mit den Freisinnigen gewesen, was diese abgelehnt hatten. Doch nicht nur hier gibt es laut Latscha «keine wirkliche Zusammenarbeit»: Von der Kandidatur Rita Füegs habe man erst am Sonntagabend - kurz vor Anmeldeschluss am Montag - erfahren. «Man ist uns in den Rücken gefallen. Wir konnten nicht mehr reagieren.»

FdP-Präsident Allemann will von diesen Kommunikationsproblemen nichts wissen. «Die Kandidatur Füegs war erst am Sonntag definitiv. Ich habe dann umgehend Rainer Roth informiert.» Der bisherige Vize ist neben dem guten Resultat von Füeg bei den Gemeinderatswahlen mit ein Grund, wieso Allemann nicht selbst kandidiert. «Roth ist ein Vereinskollege.»

CVP stachelt FdP zu Kandidatur an

Verantwortlich dafür, dass die FdP fürs Vizeamt antritt, ist pikanterweise die CVP. Dies bestätigt Präsidentin Neuenschwander. «Der bisherige Vize Roth war nur bei zwei Dritteln der Gemeinderatssitzungen anwesend. Daher wollten wir ihn nicht mehr bestätigen lassen und machten der FdP den Vorschlag, selbst anzutreten.»

Intern wurde denn auch ein Wahlaufruf für Rita Füeg gemacht. Bei einer allfälligen Wahl Roths werde man aber den Volkswillen akzeptieren. «Dann weiss er wenigstens, wo er ansetzen muss: Im Rat mehr präsent sein.» Was sagt die SVP zum Zusammenspannen von FdP und CVP? «Ich habe offiziell nichts davon gehört, daher kommentiere ich dies nicht», so Peter Latscha.