Kopftuch-Verbot
SVP St. Gallen hält gesetzliches Kopftuch-Verbot für nötig

Die SVP des Kantons St. Gallen stört sich daran, dass der Schulrat der Primarschulgemeinde Au-Heerbrugg zwei somalischen Flüchtlingskindern erlaubt, im Unterricht ein Kopftuch zu tragen. Sie hält es für nötig, ein Kopftuchverbot kantonal zu regeln.

Merken
Drucken
Teilen
Die beiden somalischen Mädchen dürfen wieder mit Kopftuch in die Schule.

Die beiden somalischen Mädchen dürfen wieder mit Kopftuch in die Schule.

Screenshot «10vor10»

Der "Fall Au-Heerbrugg" zeige, dass es nicht allen St. Galler Schulgemeinden überlassen werden könne, eigenständig über diese Frage zu entscheiden und bestehende Vorschriften durchzusetzen, schrieb die SVP in einer Mitteilung vom Dienstag.

In der Schulordnung der in Folge eines Zusammenschlusses noch jungen Primarschulgemeinde Au-Heerbrugg ist die Empfehlung des Erziehungsrats, das Tragen von Kopfbedeckungen in der Schule sei zu untersagen, festgeschrieben. Dieser Passus wird nun herausgenommen.

Das hat der Schulrat am Sonntag nach einer ausserordentlichen Sitzung entschieden. Weil sie ein Kopftuch getragen hatten, waren die zwei somalischen Mädchen vom Lehrer und der Schulleitung nach Hause geschickt worden. Die Behörde machte dann aber eine Kehrtwende: Die Mädchen muslimischen Glaubens dürfen wieder in die Schule - mit Kopftuch.

Der Schulrat der Primarschule Au-Heerbrugg hat Zweifel, dass ein Kopftuchverbot zulässig ist, solange es keinen Entscheid des Bundesgerichts darüber gibt. In einem ähnlichen Fall aus Bürglen im Thurgau ist ein Entscheid der Bundesrichter in Lausanne ausstehend.