Fall Carlos
SVP-Richter haben Carlos' «Luxus»-Therapie angeordnet

Der Fall Carlos bringt die SVP auf die Palme: Sie will eine parlamentarische Untersuchungskommission PUK für die Aufklärung des Falls. Jetzt kommt raus: Ein SVP-Richter hat die Rundumbetreuung für 29 000 Franken angeordnet.

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"Carlos" beim Kampfsporttraining

"Carlos" beim Kampfsporttraining

Keystone

Seine Partei sei schockiert über «das Ausmass der im zürcherischen Jugendstrafvollzug gelebten Verhätschelungspolitik», sagte SVP-Fraktionssprecher Jürg Drachsel noch am Montag im Züricher Kantonsrat.

Dieser Fall sei kein Einzelfall. Seit Jahren gebe es Missstände im Jugendstrafvollzug, «dem Tummelfeld von Sozialpädagogen und Gutmenschen.»

Die Partei will den «Fall Carlos» mit einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) lückenlos aufklären.

Nun enthüllt der «Tagesanzeiger» in seiner Donnerstagsausgabe: SVP-Richter haben diese Massnahmen massgeblich angeordnet.

Ein Dreiergericht mit den beiden SVP-Vertretern Thomas Kläusli und Daniela Maier sowie Kathrin Bretschger Bitterli von der SP haben die Massnahmen im «Fall Carlos» gutgeheissen. Sie fanden die Rundumbetreuung, die von der Jugendanwaltschaft vorgeschlagen wurde, «überzeugend».

Gericht entscheidet heute

Dass die Massnahmen eine Viereinhalb-Zimmer-Wohnung und ein mehrköpfiges Betreuerteam beinhalte, sei dem Gericht ebenfalls im Detail bekannt, beruft sich der «Tagesanzeiger» auf einen Kenner des Falls.

Das Betreuungsprogamm wurde letzten Freitag gestoppt. «Zu seinem eigenen Schutz», so die Zürcher Jungenanwaltschaft, wurde Carlos ins Gefängnis Limmattal verfrachtet.

Der 17-Jährige hat gegen den Entscheid am Mittwoch über seinen Anwalt beim Zürcher Obergericht Beschwerde eingelegt. Das Gericht wird den Entscheid heute Donnerstag bekannt geben.

(5.9.2013)

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