Rücktritt

SVP-Nationalrat Peter Spuhler gibt Amt auf Ende Jahr ab

Der Thurgauer SVP-Nationalrat Peter Spuhler tritt per Ende Jahr zurück, wie er am Dienstag mitteilte. Er begründet den Schritt mit dem zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, in dem sich seine Firma Stadler Rail mit Sitz in Bussnang TG befinde.

Der Entscheid, nach 13 Jahren als Nationalrat zurückzutreten, sei ihm nicht leicht gefallen, schreibt Peter Spuhler in einer Medienmitteilung. Er habe sich gerne als Nationalrat für eine liberale Finanz- und Wirtschaftsordnung und einen starken Werkplatz Schweiz eingesetzt.

«Aufgrund des schwieriger werdenden wirtschaftlichen Umfelds habe ich mich nach reiflicher Überlegung entschieden, meine unternehmerisch wahrzunehmende Verantwortung meinen persönlichen politischen Ambitionen vorzuziehen», begründete der Unternehmer den Schritt. Die Krise in Europa sei «alles andere als gelöst», so Spuhler weiter.

Mehr Reisen ins Ausland

Für sein Unternehmen habe dies zur Folge, dass die Anzahl internationaler Ausschreibungen stark zurück gehe und «wir bei den verbleibenden Ausschreibungen nach wie vor unter dem starken Franken leiden». Es müsse dem Unternehmen daher gelingen, in den nächsten Jahren ausserhalb von Europa neue Märkte zu erobern. Für Spuhler bedeutet das, dass er mehr ins Ausland reisen muss. 

Diese Aussicht habe ihn dazu veranlasst, sich stärker auf seine Führungsaufgabe als Chef der Stadler Rail sowie auf seine Beteiligungen bei Aebi-Schmidt, Rieter und Autoneum, bei denen er im Verwaltungsrat sitzt, zu konzentrieren. «Das Wohl meiner Mitarbeiter liegt mir am Herzen», schreibt Spuhler.

SVP bedauert Abgang

Der 53-jährige Peter Spuhler wurde 1999 in den Nationalrat gewählt und bei den eidgenössischen Wahlen 2003, 2007 und 2011 bestätigt. Im Nationalrat ist der Thurgauer Politiker Mitglied der parlamentarischen Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK).

Die SVP-Fraktion im Nationalrat bedauert den Rücktritt von Peter Spuhler. "Wir haben aber auch Verständnis und grossen Respekt, dass er in der aktuellen Situation die Priorität bei seiner wichtigen unternehmerischen Verantwortung setzt", schreibt Nationalrat und Fraktionspräsident und Adrian Amstutz in einer ersten Reaktion.

In wirtschafts- und steuerpolitischen Fragen werde die SVP Peter Spuhler weiterhin zu Rate ziehen, so Amstutz. Anspruch auf die Nachfolge des zurücktretenden Parlamentariers hat die 56-jährige Verena Herzog. Sie ist Mitglied des Thurgauer Grossen Rats. Die Kindergärtnerin und Geschäftsfrau ist erste Ersatzkandidatin. (sda/rsn)

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