Andreas Glarner

Oft wird argumentiert, starke (grosse) Gemeinden schaffen zu wollen, damit sie die künftigen Herausforderungen bewältigen und ihre Aufgaben demokratisch, effizient, wirkungsvoll, sachlich korrekt und finanziell möglichst selbstständig erfüllen können. Man müsste also annehmen, dass die Gemeinden ihre Aufgaben heute nicht mehr richtig erfüllen können. Wie Umfragen und eine Nationalfondsstudie zeigen, trifft dies jedoch keineswegs zu. Die Einwohnerinnen und Einwohner sind mit den Dienstleistungen ihrer Gemeinde mehrheitlich zufrieden.

Eine Stadt Mutschellen wäre weder effizienter noch kostengünstiger. Mit zunehmender Gemeindegrösse entstehen Mehrkosten für die Personalführung, für die Kommunikation, für Planungs- und Koordinationsaufgaben, für Infrastrukturen, Einwohnerrat usw. Die Entscheidungswege werden umständlich und lang. Die spezialisierten Amtsträger verlieren zum Nachteil der Bevölkerung den Blick fürs Ganze und häufig auch den Boden der Realität. Gerade im Sozialbereich würden die Kosten garantiert aus dem Ruder laufen.

In grossen Gemeinden fehlt oft die Bereitschaft zur freiwilligen, uneigennützigen Erfüllung von Aufgaben für die Gemeinschaft. Bis heute konnte nicht nachgewiesen werden, dass Zusammenschlüsse zu nachhaltigen Einsparungen und Effizienzsteigerungen führen.

Für die Bürgerinnen und Bürger von Oberwil-Lieli würde eine Fusion nebst dem Verlust der Souveränität zwangsläufig höhere Steuern bedeuten - denn es ist schlicht eine Tatsache, dass diese sich bei einer Fusion sofort massiv und dann im Laufe der Zeit fortwährend nach oben bewegen würden. In diesem Sinne erachte ich eine Fusion für unsere Gemeinde als den falschen Weg - wir beobachten mit Spannung vom Spielfeldrand aus das weitere Geschehen...

Andreas Glarner ist Gemeindeammann von Oberwil-Lieli und als Grossrat ist er Fraktionspräsident der SVP in Aarau. Der Unternehmer ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.