Jasmin Hutter
SVP-Leitung verliert ihre «Krampferin»

Jasmin Hutter erwartet im Dezember ihr erstes Kind – und ist damit wohl am Ende ihrer Politkarriere. Die werdende Mutter will ihr Amt als Partei-Vizepräsidentin abgeben. Bei der SVP dreht sich bereits das Nachfolgekarussell.

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Jasmin Hutter

Jasmin Hutter

Keystone

Jessica Pfister

Als Streiterin für das klassische Familienmodell hat sie immer betont, Kinder müssten von ihrer Mutter betreut werden. Nun ist Jasmin Hutter selbst schwanger und will ihren Worten Taten folgen lassen. «Die Parteileitung weiss schon länger, dass sie wegen ihrer Schwangerschaft das Amt der Vizepräsidentin abgeben will», sagte Toni Brunner gestern der MZ.

«Familienplanung ist Privatsache»

Auch wenn Hutters Entscheid exakt der Parteilinie entspricht - für den Parteipräsidenten ist der Rücktritt ein grosser Verlust: «Sie ist eine grosse Krampferin und es wird schwierig sein, sie zu ersetzen.» Ob Hutter auch als Nationalrätin zurücktritt, ist laut Brunner noch offen. Gegenüber «Blick Online» wollte die 31-jährige Bagger-Unternehmerin gestern keine klare Antwort geben: «Ich will nun zuerst im Dezember mein Kind zur Welt bringen, alles andere sehen wir dann.»

Ihre Berner Parteikollegin Andrea Geissbühler glaubt indes nicht, dass Hutter in der Frühlingssession als Teilzeit-Nationalrätin wieder im Bundeshaus anzutreffen sein wird: «Ist das Kind erst einmal da, wird sie aufhören», ist die 32-Jährige überzeugt. Sie selbst würde es nicht anders machen: «Für mich war schon immer klar, dass an erster Stelle die Familie kommt, dafür würde ich auch Beruf und Politik an den Nagel hängen.»

Für die ebenfalls 32-jährige Zürcher Nationalrätin Natalie Rickli ist das Amt der Nationalrätin mit der Rolle als Mutter nur mit einer guten familiären Betreuung zu vereinbaren: «Ich würde aber nie öffentlich über meine Familienplanung reden, das ist Privatsache.»

«Thema in Sommerklausur»

Privatsache oder nicht: Die SVP-Parteileitung muss sich nun um die Nachfolge von Hutter im fünfköpfigen Vizepräsidium kümmern. «Wir werden das Thema in unserer Sommerklausur angehen», so Brunner. Ob nach Hutter wieder eine Frau ins sonst reine Männer-Vizepräsidium gewählt wird, lässt Brunner offen. «Hauptsache, die Person ist bereit, mit viel Engagement und einem zeitlich hohen Aufwand zu arbeiten.» Bei anderen SVP-Politikern fallen die Namen von Yvette Estermann (LU) oder Andrea Geissbühler. Letztere winkt jedoch ab: «Das wäre mir neben Beruf und Hobbys dann doch zu viel.»

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