Gebenstorf

SVP lässt in Gebenstorf der CVP den Vortritt

Tritt in Gebensdorf nicht mehr an: Gemeindeammann-Kandidatin Renate Meier.

Renate Meier

Tritt in Gebensdorf nicht mehr an: Gemeindeammann-Kandidatin Renate Meier.

Eigentlich wären ihre Chancen gut gewesen, im zweiten Wahlgang als Gemeindeammann von Gebenstorf gewählt zu werden. Trotzdem wird Renate Meier nicht kandidieren.

Sandra Frischknecht

Am 27. September waren in Gebenstorf Gemeindewahlen. Während der Gemeinderat souverän gewählt wurde, wird für das Amt des Gemeindeammanns ein zweiter Wahlgang fällig. Im ersten Wahlgang erzielte keiner der beiden Kandidaten das absolute Mehr. Rolf Senn von der CVP erhielt 466 Stimmen, 4 fehlten zum absoluten Mehr von 470. Renate Meier von der SVP erhielt 430 Stimmen, somit fehlten ihr 40 Stimmen. Am 29. November werden die Gebenstorfer zum zweiten Wahlgang an die Urnen gerufen.

«Einen erbitterten Wahlkampf führen»
Am 6. Oktober schrieb Gemeinderätin Renate Meier, dass sie nicht zum zweiten Wahlgang als Gemeindeammann antreten wird, und betont, dass sie freiwillig dem CVP-Kandidaten Rolf Senn den Vortritt lässt. Meier schreibt: «Ich habe mir die Sache gut überlegt und bin zum Schluss gekommen, mich für den zweiten Wahlgang nicht mehr zur Verfügung zu stellen.» Sie schreibt aber auch: «Der CVP-Ortsparteipräsident von Turgi und Gebenstorf, Kurt Perren, hat mich bedrängt, nicht mehr zu kandidieren. Er werde gegen mich einen erbitterten Wahlkampf führen, falls ich antrete.»

Ausgewogenheit wichtig
Kurt Perren relativiert diese Aussage: «Ich habe Frau Meier gesagt, dass ich in ihrer Lage nicht mehr antreten würde. Rolf Senn fehlten vor zwei Wochen zum Wahlsieg nur vier Stimmen.» Er finde es «schade», dass Renate Meier die drohende Niederlage nicht im Voraus anerkennen wollte. Zudem ist Perren auch die Ausgewogenheit der Gemeindebehörde wichtig. Nicht nur die SVP solle in den Schlüsselpositionen vertreten sein: «Die SVP stellt bereits den Vizeammann und den Gemeindeschreiber. Jetzt soll die CVP den Ammann stellen können.»

Martin Anner, Präsident der SVP in Gebenstorf, zeigt sich erstaunt über die Pressemitteilung von Meier und sagt: «Die Partei wusste nichts von dieser Mitteilung. Frau Meier hat das wohl als Privatperson geschrieben.» Die Partei unterstütze Meier in ihren Bestrebungen, nicht mehr anzutreten. Anner betont: «Es war ihre Entscheidung, sich als Ammann zur Wahl zu stellen, und es war auch ihre Entscheidung, diese Kandidatur jetzt zurückzuziehen. Die Unterstützung der Partei hat sie in jedem Fall.»

Falls sich innert gültiger Frist keine weiteren Kandidaten - infrage kommen nur Gemeinderatsmitglieder - zur Wahl anmelden, steht die stille Wahl von Rolf Senn an. Darauf angesprochen, sagt Anner: «Die Kandidaten unterscheiden sich in ihrer politischen Linie nicht besonders, für uns ist die gesamtpolitische Situation wichtig: Der Gemeinderat muss zusammenarbeiten können.» Anner dementiert den Ansatz, dass die SVP der CVP den Sitz «zuschanzt», nicht vollends: «Die Politik der CVP deckt sich in Gebenstorf weitgehend mit der der SVP, die bürgerliche Politik wird auch durch Rolf Senn gut vertreten sein. Wir wollten eine Konfrontation mit der CVP vermeiden.»

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