Wahlen 2011

SVP-Kundgebung in Bern unter imposantem Polizeischutz

Mehrere tausende Mitglieder und Sympathisanten sind am Samstag an die als Familienfest betitelte Wahlkundgebung der SVP auf dem Bundesplatz gepilgert. Die Polizei verwandelte die Stadt Bern in eine Festung. Rund um den Anlass kam es zu 55 Anhaltungen.

Die angehaltenen Personen wurden für weitere Abklärungen auf eine Wache gebracht, wie die Kantonspolizei Bern mitteilte. Bei Mehreren fand die Polizei gefährliche Gegenstände wie Messer, Reizstoff, Brandbeschleuniger, Spraydosen, Vermummungsmaterial und Teile einer Pistole. Die meisten Angehaltenen wurden nach kurzer Zeit wieder freigelassen. Fünf der Angehaltenen waren Jugendliche. Gegendemonstrationen am Abend blieben aus, wie die Polizei nach 22.30 Uhr mitteilte.

Das enorme Sicherheitsdispositiv habe sich bewährt, sagte der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause der Nachrichtenagentur sda. Die Gewaltbereitschaft sei durchaus da gewesen. Er ziehe eine positive Bilanz, da grössere Zwischenfälle ausgeblieben seien, sagte Nause. Allerdings sei es betrüblich, dass man einen derartigen Aufwand habe betreiben müssen.

Unterstützt wurde die Kantonspolizei Bern von mehreren Korps anderer Kantone. Insgesamt standen nach Angaben der Polizei rund 1000 Polizisten im Einsatz. Für die Kosten muss gemäss dem Kundgebungsreglement der Steuerzahler aufkommen. Zum Vergleich: Ein Hochrisiko-Fussballspiel in Bern wird mit etwa 600 Polizisten gesichert, was Kosten von einer Viertelmillion Franken verursacht.

Polizisten auf den Dächern

Die Stimmung in der Bundesstadt war während des Anlasses angespannt. Grund dafür waren die schweren Ausschreitungen bei der SVP-Wahlkundgebung vor vier Jahren. Linke Aktivisten verwüsteten damals unter anderem die aufgebaute Infrastruktur auf dem Bundesplatz.

Am Samstag war die Polizei vor allem am Bahnhof und in der Innenstadt Berns klar sichtbar. An jeder Ecke standen Polizisten, immer wieder wurden Personenkontrollen durchgeführt. Auch gepanzerte Fahrzeuge waren vielerorts zu sehen.

Der Bundesplatz war grossräumig mit Absperrgittern abgeriegelt. Wer auf den Platz wollte, musste dem Sicherheitspersonal den Inhalt seiner Taschen zeigen.

Sogar auf den Dächern der Gebäude um den Bundesplatz waren Polizisten positioniert. Mit Ferngläsern beobachteten sie das Geschehen. Das immense Polizeiaufgebot war auf und neben dem Bundesplatz das grosse Gesprächsthema.

Auf dem Bundesplatz selbst bekräftigten die SVP-Redner bei heissen Temperaturen und strahlender Sonne die bekannten Wahlthemen der Partei.

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