Abstimmung

SVP-Knecht wettert über Energiestrategie: «Das ist eine Lawine, die auf die Bürger zukommt»

Waren sich alles andere als einig: SVP-Nationalrat Hansjörg Knecht und SP-Grossrat Max Chopard streiten im «TalkTäglich» über die Energiestrategie.

Waren sich alles andere als einig: SVP-Nationalrat Hansjörg Knecht und SP-Grossrat Max Chopard streiten im «TalkTäglich» über die Energiestrategie.

Am 21. Mai entscheidet das Schweizer Stimmvolk über die Energiestrategie 2050. Vorab haben SVP-Nationalrat Hansjörg Knecht und Aargauer SP-Grossrat Max Chopard im «Talk Täglich» unter der Moderation von Anna Steiner die Klingen gekreuzt.

Den Energieverbrauch senken, die Effizienz steigern, erneuerbare Energien fördern und den Neubau von Atomkraftwerken verbieten: Die Energiestrategie 2050 setzt hohe Ziele. Und das klinge auch alles sehr gut, findet der Aargauer SVP-Nationalrat Hansjörg Knecht. Aber: «Die Folgen dieser illusorischen Energiepolitik sind verheerend», sagt er im «TalkTäglich». «Das ist eine riesige Regulierungs- und Kostenwelle – eine Lawine, die auf die Bürgerinnen und Bürger zukommt», ist er überzeugt.

Knecht rechnet vor: «Das neue Energiegesetz wird uns über 200 Milliarden Franken kosten, für eine vierköpfige Familie macht das 3200 Franken pro Jahr.»

Hier schaltet sich sein Diskussionsgegner und Aargauer SP-Grossrat Max Chopard ein. «Was die SVP macht, ist unseriös. Die Zahlen sind nicht haltbar.» Es sei klar im Initiativtext festgelegt, dass lediglich Kosten in der Höhe von 40 Franken pro Monat auf die Bevölkerung zukommen würden.

«Die KMU-Betriebe in unserem Land kommen dran»

Knecht schüttelt den Kopf. «Isoliert für das Energiegesetz stimmen 40 Franken. Aber die weiteren Etappen kosten dann mehr.» Die erste beinhalte das Energiegesetz vom 21. Mai. Eine Senkung des Energieverbrauchs um 43 Prozent sowie des Stromverbrauchs um 13 Prozent – wie es die Abstimmungsvorlage vorsieht – könne aber erst in der zweiten und dritten Etappe umgesetzt werden.

Mit der ersten Etappe wären laut Knecht nicht einmal die Hälfte der Ziele erreicht. «Dann sind wir gleich weit wie Deutschland.» Denn in unserem Nachbarland habe man auch mit dem Kostenpunkt von einem Euro für die Förderung erneuerbarer Energien geworben. «Heute sind sie bei über 50 Euro pro Monat.»

Und diese zusätzlichen Kosten hätten die kleinen Unternehmer und Bürger zu berappen. «Die produzierenden KMU-Betriebe in unserem Land kommen dran», ist Knecht überzeugt. Er, selber Unternehmer und Miteigentümer der Knecht Mühle in Leibstadt, rechnet vor: «Mit dem Netzzuschlag in der Höhe von 2,3 Rappen zahle ich 55'000 Franken jährlich.» 

Der Netzzuschlag ist Teil der Energiestrategie 2050. Die Abgabe von heute 1,5 Rappen pro Kilowattstunde Strom würde auf einen maximalen Betrag von 2,3 Rappen erhöht werden. Dies auf Kosten der Bürger und kleinen Unternehmen – hingegen würden Grossverbraucher wie der Coop in Schafisheim entlastet werden.

Alternative Wasserkraft

«Aber Herr Knecht, was ist dann ihre Alternative?», provoziert Chopard. «Sie sagen einfach, alles ist schlecht, aber sie bringen keine Lösung.»

«Und ihre Lösung ist keine», wirft ihm Knecht entgegen. Eine sichere Versorgung sei mit erneuerbaren Energien nicht gewährleistet. «Wir haben die Speichermöglichkeiten nicht.» Es herrsche bereits jetzt Mangellage und diese würde sich vergrössern, sobald die Kernenergie wegfalle. Eine Lösung sieht Knecht darin, das Potenzial der Wasserkraft voll auszunützen. «Jetzt sind wir bei fünf Prozent.» 

Auch Chopard sieht in der Wasserkraft noch Potenzial. «Das ist auch im Energiegesetz vorgesehen.» Genau wie Solar- und Windenergie. Die Schweiz müsse sich vom Gebrauch endlicher Ressourcen wie Öl oder Uran verabschieden. «Wenn man jetzt nichts macht so à la SVP gibt es am Schluss eine grosse Stromlücke und dann müssen wir wirklich auf den Import von ausländischem Drecksstrom zurückgreifen.»

Es sei besser, einheimische Energie zu gewinnen und so die Abhängigkeit vom Ausland zu reduzieren. «Mit der Energiestrategie erhalten wir auch Planungssicherheit.», so der SP-Politiker im Hinblick auf die Atomkraftwerke. Und diese Sicherheit sei für die Industrie zwingend.

Sehen Sie hier die ganze Diskussion im «Talk Täglich»:

Energiestrategie 2050: Sinn oder Unsinn?

Energiestrategie 2050: Sinn oder Unsinn?

Die Schweiz soll weniger Energie verbrauchen, doch mit welchen Folgen? Es debattieren Nationalrat Hansjörg Knecht und Energiepolitiker Max Chopard.

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