Erleichterte Einbürgerung

SVP-Glarner verteidigt Plakat: «Die Burka steht nur als Symbol für falsche Politik»

Erleichterte Einbürgerung: Andreas Glarner erklärt, warum die SVP Nein sagt.

Erleichterte Einbürgerung: Andreas Glarner erklärt, warum die SVP Nein sagt.

Die Schweizer Stimmbevölkerung stimmt am 12.Februar über die erleichterte Einbürgerung für Personen der dritten Ausländergeneration ab. Die SVP ist als einzige der grossen Parteien gegen die Vorlage. Nationalrat Andreas Glarner (SVP/AG) nimmt Stellung. 

Nach Angaben des Bundes erfüllen rund 25'000 Personen die Kriterien für eine erleichterte Einbürgerung. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Italiener. Damit konfrontiert sagt der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner, die verschleierte Frau auf dem Burka-Plakat sei rein symbolisch und stehe für das Unkontrollierte.

SVP-Nationalrat Andreas Glarner warnte vor einer "stillen Übernahme unserer Heimat". Die Kriminalitätsrate "gewisser Nationen" werde nicht sinken, wenn die Angehörigen den Schweizer Pass erhielten, sagte er.

Das Burka-Plakat, mit dem ein Komitee um Glarner gegen die erleichterte Einbürgerung Stimmung macht, verteidigte er.

Die Burka sei nur als Symbol gedacht, erklärte er. Sie stelle dar, dass man bei einem Ja am 12. Februar nicht mehr wüsste, wen man einbürgere. "Wir sagen damit nicht, es würden verschleierte Frauen eingebürgert."

Die verschleierte Frau stehe für das Unkontrollierte. «Sie steht auch für eine Religion, deren Mitglieder zum Teil nicht bereit sind, unsere Werte und Ordnung zu akzeptieren», sagt der SVP-Asylexperte weiter.

Rösti: «In 20 Jahren sind es dann Afrikaner»

Seine Partei, die SVP, stellt sich wie das Komitee gegen die erleichterte Einbürgerung von Ausländerinnen und Ausländern der dritten Generation.

Wenn junge Ausländerinnen und Ausländer die Auflagen erfüllten und integriert seien, könnten sie sich problemlos einbürgern lassen, sagte SVP-Präsident Albert Rösti am Mittwoch vor den Medien in Bern. "Wir sind ja nicht gegen die Einbürgerung dieser Leute."

Mit der erleichterten Einbürgerung würde aber weniger genau hingeschaut. Damit drohe die Gefahr, dass nicht integrierte Personen eingebürgert würden. Statt Erleichterungen brauche es mehr Kontrollen, sagte Rösti.

Die Befürworter suggerierten, dass die jungen Menschen, die von der erleichterten Einbürgerung profitieren würden, ihr ganzes Leben in der Schweiz verbracht hätten. Das sei aber nicht zwingend. Sie müssten lediglich in der Schweiz geboren worden und fünf Jahre zur Schule gegangen sein, stellte Rösti fest.

Auch treffe es zwar zu, dass heute vor allem Italienerinnen und Italiener die Voraussetzungen für eine erleichterte Einbürgerung erfüllen würden. Das Gesetz werde es aber auch in 20 Jahren noch geben. "Dann sind es dann Afrikaner", sagte Rösti. (az/sda)

Meistgesehen

Artboard 1