SVP-Forderung
Taskforce abschaffen? Ein Fehlschluss!

Solange die Pandemie noch nicht vorüber ist, braucht es eine unabhängige und wissenschaftlich arbeitende Taskforce.

Nina Fargahi
Nina Fargahi
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Die Kassandrarufe der Corona-Taskforce schürten schon oft den Unmut jener, die sich für eine weitergehende Öffnung des öffentlichen Lebens stark machten. Obwohl die Taskforce nicht selten Recht behielt, wie etwa bei der Warnung vor der zweiten Welle im Herbst, wurden immer wieder Forderungen nach einem Maulkorb für das Gremium laut. Ein Antrag in der Wirtschaftskommission warf vor einigen Wochen hohe Wellen.

Jetzt fordert die SVP gar die Auflösung des Gremiums. Denn die Taskforce hatte davor gewarnt, dass die Fallzahlen wieder steigen könnten. Das ist zum Glück nicht eingetroffen. Im Gegenteil: Die Fallzahlen in der Schweiz sinken derzeit. Das Gremium mahnt aber weiterhin zur Vorsicht, das Erreichte dürfe nicht verspielt werden. Die Taskforce hat lediglich eine beratende Funktion. Die Entscheidungshoheit liegt allein bei der Politik. Der Bundesrat hat sich schon oft über die Warnungen der Taskforce hinweggesetzt. Dass die jüngsten Lockerungen – im Gegensatz zu früheren – die Fallzahlen nicht in die Höhe getrieben haben, ist erfreulich.

Deswegen die Taskforce abzuschaffen, wäre ein Fehlschluss. Prognosen basieren auf Annahmen und Wahrscheinlichkeiten. Das ist Wissenschaft, und diese bleibt so wichtig, wie sie in der Pandemie immer war. Solange das Virus nicht besiegt ist, braucht es eine unabhängige Wissenschafts-Taskforce. Ebenso unabhängig entscheiden dann die politischen Behörden über die Massnahmen.