SVP
Der nationale Parteivorstand will Läden sofort öffnen – SVP-Gesundheitsdirektor Gallati findet das keine gute Idee

Der Vorstand der SVP Schweiz fordert eine sofortige Beendigung «des Lockdowns». Der Aargauer Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati widerspricht.

Pascal Ritter
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Gibt dem Vorstoss seiner Partei eine Absage: Der Aargauer Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati.

Gibt dem Vorstoss seiner Partei eine Absage: Der Aargauer Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati.

Britta Gut

Läden und Restaurants sollen sofort wieder öffnen. So will es der Vorstand der SVP Schweiz und SVP-Präsident Marco Chiesa. Am Freitag stellten sie die Forderung in einer Mitteilung auf. Stossrichtung: «Die Risikogruppen gezielt und wirksam schützen – sofort Impfstoffe beschaffen – die Wirtschaft öffnen.»

Der Aargauer SVP-Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati sieht die Sache freilich anders. Er sagt:

«Die Forderung der SVP Schweiz tönt gut. Die Umsetzung steht aber auf einem anderen Blatt.»

Er rechnet vor, wie die Situation in seinem Kanton ist: «Im Kanton Aargau haben wir nebst den ca. 6300 Bewohnern der Alterszentren ca. 140'000 weitere Personen mit hohen Gesundheitsrisiken. » Die offene Frage sei nun, wie diese knapp 150'000 Personen vor einer Ansteckung wirkungsvoll geschützt werden könnten. Dafür sei noch kein Rezept bekannt.

Gallati stellt sich vor den Bundesrat

Gallati erinnert an das Ziel der Bemühungen von Bund und Kantonen: Die Kapazitäten des Gesundheitswesens und des Contact Tracings erhalten. Ihm macht die neue Virusvariante grosse Sorgen. «Bisher stiegen die Infektionen an wie in England», sagt er. Das heisst: die Kurve der Ansteckungen mit dem mutierten Virus geht steil nach oben. Darum kommt er zum Schluss:

«Es ist es zu früh, um über Öffnungen zu reden.»

Gallati nimmt auch die Landesregierung vor Kritik aus seiner Partei in Schutz. Er sagt:

«Aus meiner Sicht hat der Bundesrat bei der Beschaffung der Impfstoffe im letzten Jahr gut verhandelt – auch im Vergleich mit den Nachbarstaaten und der EU.»