F/A-18-Absturz

SVP-Brunner: «Sensible Stellen soll man nicht mit Ausländern besetzen»

Toni Brunner verteidigt, dass seine Partei um die beim Absturz eines F/A-18 getöteten Männer trauert und gleichzeitig eine Polemik um die deutsche Staatsbürgerschaft des abgestürzten Fliegerarzts lostritt.

Als einzige Partei versucht die SVP, aus dem F/A-18-Absturz von letzter Woche politisch Kapital zu schlagen. Nicht etwa das Thema Flugsicherheit oder Gripen stehen dabei zur Sprache, sondern der deutsche Pass des Arztes Volker Lang, der den Kampfjetpiloten begleitete und mit ihm den Tod fand.

SVP-Politiker um Christoph Blocher stört, dass ausländische Staatsbürger als Fliegerärzte angestellt werden können. Sie verbinden die Frage der Staatsbürgerschaft mit der Masseneinwanderungsinitiative, die im Februar vors Volk kommt.

Just auf dem Meiringer Flugfeld, wo die Unfallmaschine letzte Woche zu ihrem letzten Flug abhob und das Unglück seinen Lauf nahm, hielten die Delegierten am Samstag inne für eine Schweigeminute, um dem Schweizer Piloten und seinem deutschen Begleiter zu gedenken.

"Das wäre inakzeptabel"

Trauern und gleichzeitiges Rühren der Wahlkampftrommel – ist das nicht pietätlos? „Nein", findet SVP-Präsident Toni Brunner. „Schliesslich waren wir vor Ort, auf dem Militärflugplatz Meiringen, wo der Schock und die Trauer unter den anwesenden VBS-Mitarbeitern noch immer tief sitzt. Unsere Anteilnahme war selbstverständlich."

Die Frage um die Staatsbürgerschaft und um die Praxis in der Armee, Ausländer in sensiblen Bereichen einzusetzen, sei erst mit dem Unfall und durch Zufall an die Öffentlichkeit gekommen, so Brunner. „Wenn wir also kritische Fragen stellen, heisst das noch lange nicht, dass wir damit kein Mitgefühl zeigen", sagt er. In einer Zeit, in der die Rede von Abhörskandalen in aller Munde sei, müsse man es hinterfragen, wenn Ausländer in solch sensiblen Bereichen wie der Luftwaffe eingesetzt würden.

Er selber gehe noch immer davon aus, dass der Mediziner Deutsch-Schweizerischer Doppelbürger war. Denn: „Wenn es tatsächlich kein Schweizer Armeeangehöriger war, dann wäre dies inakzeptabel. Es gibt sensible Stellen, sowohl bei der Armee als auch in der restlichen Bundesverwaltung, die man nicht mit ausländischen Staatsangehörigen besetzen kann", so Brunner.

Warum aber soll die Armeeführung von einem deutschen Staatsangehörigen sprechen, wenn es sich um einen Doppelbürger handelt? Bei der Luftwaffe hält man an der Darstellung fest: „Volker Lang war deutscher Staatsbürger und hatte als Fliegerarzt das Anrecht, als Passagier auf Luftfahrzeugen der Luftwaffe mitzufliegen. Der Flug war bewilligt."

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