Bundesratswahlen 2011

SVP bringt Hansjörg Walter als zweiten Bundesrats-Kandidaten

Nach dem Rückzug von Bruno Zuppiger hat die SVP- Fraktion am Donnerstag Nationalratspräsident Hansjörg Walter für die Bundesratswahlen nominiert.

Walter soll nächsten Mittwoch zusammen mit dem Freiburger Nationalrat Jean-François Rime gegen die amtierende Bundesrätin der BDP Eveline Widmer-Schlumpf antreten. «Das Amt des Bundesrates hat mich immer gereizt», sagte Walter vor den Medien in Bern.

Vor drei Jahren bei der Nachfolge von Bundesrat Samuel Schmid sei das anders gewesen. Er habe damals eine Kandidatur gegen Maurer ausgeschlossen, sei aber dann gegen seinen Willen dennoch in diese Wahlen einbezogen worden.

Damals erhielt Walter in der Bundesversammlung so viele Stimmen, dass er sich beinahe gegen Ueli Maurer durchgesetzt hätte. Nun sei die Ausgangslage anders und er wolle sich der Herausforderung stellen.

«Reiflich überlegt»

Natürlich habe er sich nach der kurzfristigen Anfrage zurückgezogen und mit seiner Frau telefoniert, sagte Walter heute vor den Medien. Doch wann wurde er angefragt? «Es gab inoffizielle Anfragen und offizielle Anfragen», sagte Walter schmunzelnd. Die offizielle Anfrage sei während der Fraktionssitzung gekommen.

«Ich habe mir meine Kandidatur reiflich überlegt», so Walter. «Es ist wirklich kein Schnellschuss. Ich bin bereit, mich für eine Periode wählen zu lassen und mich für das Land einzusetzen.»

Für die Konkordanz

Damit geht die SVP mit je einem Kandidaten aus der Deutschschweiz und der Romandie in die Bundesratswahlen. Jean François Rime, zeigte sich erfreut, mit Walter bei den Wahlen anzutreten.

Im Hinblick auf die Wahlen stellte SVP-Fraktionschef Caspar Bader klar: «An unserer Strategie hat sich nichts geändert.» Es sei weiterhin wichtig, dass die grösste Landespartei mit zwei Sitzen im Bundesrat vertreten sei. «Wir treten für die Konkordanz ein.»

Parteien reagieren zurückhaltend auf Nomination Walters

Die Parteien reagieren zurückhaltend auf die Nomination von Hansjörg Walter als SVP-Bundesratskandidat. Die Grünen attestieren der SVP immerhin, einen klugen Entscheid getroffen zu haben.

Für den Präsidenten der Grünen Partei, Ueli Leuenberger, ist die Nomination von Hansjörg Walter "intelligent und gschpürig". Sollte Walter gegen FDP-Bundesrat Johann Schneider-Ammann antreten, dann habe er durchaus Chancen, zu gewinnen, sagte Leuenberger auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Für die SP hat sich die Ausgangslage nicht geändert. Die Partei nehme die Nomination von Hansjörg Walter zur Kenntnis, sagte SP-Generalsekretär Thomas Christen der sda.

Die CVP und die BDP wollen sich zum neuen Kandidaten nicht äussern. Da beide Parteien für den Status quo sind, wollen sie keinen SVP-Kandidaten anhören. (ldu/sda)

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