Kulturstrategie

Sukkurs für erste Kulturstrategie

Internationales Aushängeschild der Berner Kultur: Zentrum Paul Klee.

Sukkurs für erste Kulturstrategie

Internationales Aushängeschild der Berner Kultur: Zentrum Paul Klee.

Die erste kantonale Kulturstrategie nimmt der Grosse Rat grundsätzlich wohlwollend zur Kenntnis.

Samuel Thomi

Damit ist Bern nach Zürich und Appenzell Ausserrhoden der dritte Kanton, der sich solche Leitlinien gibt. Bis 2012 soll daraus ein Kulturfördergesetz entstehen.
Während in der vorberatenden Grossratskommission noch kritisiert wurde, es handle sich nicht eigentlich um eine richtige Strategie, sondern lediglich um eine «Umverteilung der Kosten» (vgl. Ausgabe vom 17. Februar), war gestern im Rathaus kaum mehr die Rede davon. Prominent wies einzig noch Beat Giauque (Ittigen) namens der FDP darauf. Für den Kanton resultieren aus der neuen Beitragsstrategie (s. Kasten rechts) Mehrkosten von insgesamt 4,1 Millionen Franken. Die entsprechende Summe für den Kanton wird via Lastenausgleich den Gemeinden verrechnet.

Als Standortvorteil ausspielen

Auf Antrag der Kommission beschloss der Rat, die Regierung solle Institutionen mit nationaler und internationaler Ausstrahlung - Zentrum Paul Klee, Kunstmuseum Bern und Ballenberg - zusammen mit Standortgemeinden noch stärker als Tourismus- und Standortvorteil bewerben.

Unbestritten war im Rat, dass das in Ausarbeitung befindliche Theaterkonzept für die künftige Ausrichtung des Berner Stadttheaters ebenfalls noch in die Umsetzung der kantonalen Kulturstrategie einfliessen solle.
Dass Kultur nicht einzig über Geld definiert werden könne, darauf verwies Kommissionssprecherin Susanne Bommeli (FDP/Bremgarten). «Kultur kann nicht alleine dem Markt überlassen werden, sonst ist die Vielfalt gefährdet», mahnte sie. Kultur lasse sich «nicht befehlen, und von der Politik in der Ausrichtung inhaltlich auch nicht dreinreden.» Kantonsaufgabe sei es, im Verbund mit den Gemeinden flächendeckende und attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen.

Bildungs- und Kulturdirektor Bernhard Pulver (Grüne) hob besonders den in Ausarbeitung befindlichen Aus- und Aufbau der Kulturvermittlung an der Volksschule hervor (wir berichteten). So könne - nebst der eigentlichen Kulturförderung - auch das zweite in der Verfassung verankerte Ziel erreicht werden.

Kommt Volks-Kultur zu kurz?

Beatrice Struchen (Epsach) bemängelte namens der SVP, die neue Kulturpolitik des Kantons sei «zu stark an nationalen Museen ausgerichtet». Darob drohe die Volkskultur unterzugehen.
Mehrfach gelobt, da erst nach der Vernehmlassung neu in die Kulturstrategie aufgenommen, wurde gestern die neue Förderung des Berner Filmschaffens.
Die Strategie wird heute fertig beraten und verabschiedet.

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