Suhre
Suhre darf über die Ufer treten

Naturnahe Bepflanzungen und ein Sumpfgebiet werten den Lebensraum an der Suhre in Staffelbach auf.

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Aargauer Zeitung

Barbara Vogt

Weil in Staffelbach eine Versickerungsanlage gebaut wird, verlangt der Kanton an der Suhre ökologische Ausgleichsmassnahmen. Die naturnahe Ufergestaltung erfolgt auch im Rahmen des Landschaftsentwicklungsprogramms und als Hochwasserschutz.

Die Planung des Naturprojektes sei unbürokratisch über die Bühne gegangen, betont Hanspeter Lüem, Gewässerbeauftragter des Kantons Aargau. Dank der Unterstützung der Gemeinde Staffelbach. «Die Behörde hat sich für eine naturnahe Umsetzung des Suhreufers stark gemacht.» Die Kosten sind entsprechend niedrig, maximal 20 000 Franken. Die Investition wird von der Gemeinde, dem Kanton und der Regionalen Wasserversorgung Oberes Suhrental getragen.
Hanspeter Lüem steht an der Suhre. Nach einem Naturparadies sieht es hier noch nicht aus.

Vor kurzem hat ein Bagger einen Damm aufgeschüttet. Im entstanden Korridor zwischen Suhre und Damm soll es eine Magerwiese geben, an der Suhre Steinhaufen, Wurzelstöcke, Hochstauden-Flur. Damit erhalten wir die Artenvielfalt, schaffen Lebensraum für Tiere und Pflanzen», sagt er. Ein Landwirt bewirtschaftet den Damm; weil der Kanton das Gebiet auch im Rahmen des Landschaftsentwicklungsprogramm naturnah gestaltet, hat der Bauer einen entsprechenden LEP-Bewirtschaftungsvertrag abgeschlossen.

In einem weiteren Teil des Suhreufers entsteht ein Feuchtgebiet mit einem Inselchen. Dafür hat man eine kleine Fläche abgesenkt, «die Suhre gestaltet dieses Gebiet selbst», so Hanspeter Lüem. Die bestehende Hochwasserentlastung, ein Kanal, wird herausgerissen. Früher habe man alles verbetoniert, «heute reissen wir das Ganze wieder heraus.»

Mit dem Sumpfgebiet will man das Hochwasser etwas in den Griff zu bekommen. Bei starken Regenfällen kann die Suhre auf die abgesenkte Fläche fliessen. Dadurch soll es, so Lüem, zu weniger Überflutungen im unteren Suhrental kommen. Doch das Problem mit dem Hochwasser bleibt, deshalb wird der Bau eines Rückhaltebeckens in Staffelbach ins Auge gefasst.

Seeblibächli reichert Grundwasser an
Die Neugestaltung des Suhreufers ist in erster Linie ökologische Ausgleichsmassnahmen zur geplanten Versickerungsanlage beim Landwirten Heinrich Dätwyler bei der Suhrenbrücke in Staffelbach. Weil die Versickerung des Seeblibächli ins Grundwasser einen Eingriff in das öffentliche Gewässer darstellt und der Bachlauf künstlich verändert wird, verlangt der Kanton diesen ökologischen Ausgleich.

Der Baubeginn der Versickerungsanlage erfolgt in den nächsten Wochen, Bauherrin ist die Regionale Wasserversorgung Oberes Suhrental. Mit der Versickerung des Seeblibächlis (und des im Drainagenetz des Gebiets Emlet geführte Wasser) will man laut Hans Müller, Präsident der Regionalen Wasserversorgung Oberes Suhrental, das Grundwasser anreichern. Heute fliesst das Seeblibächli unterirdisch in die Suhre, es bringt 1200 Liter pro Minute. Das Bächli soll auf Kies geleitet werden, dort versickern und direkt ins Grundwasser gelangen. Nutzniesser sind die angeschlossenen Gemeinden der Wasserversorgung: Hirschthal, Schöftland, Schlossrued, Moosleerau, Attelwil, Reitnau, Winikon.

Eine Grundwasseranreicherung stand bereits 1999 zur Diskussion. Vorgesehen war die Suhre als Wasserlieferant. Doch sei das Wasser aus der Suhre durch den Sempachersee und die Kläranlagen stärker belastet als das Seeblibächli, hiess es damals seitens der Regionalen Wasserversorgung.