Suhr
Suhr und die Sorgen mit dem Regenwasser

Das wichtigste Traktandum der Suhrer Gemeindeversammlung vom 18. Juni ist die Errichtung von zwei Mischwasserbehandlungsanlagen für rund 1,7 Millionen Franken. Darüber wurde am Informationsforum des Gemeinderates vom 20. April ausführlich orientiert.

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Wyna bei Suhr

Wyna bei Suhr

Aargauer Zeitung

Heinz Bürki

Bereits im Jahr 1993 hatte der Gemeinderat einen Anlauf unternommen, die für Suhr vorgesehenen zusätzlichen Rückhaltebecken für Ab- und Regenwasser projektieren und ausführen zu lassen. Man ging von rund 3,2 Mio. Franken Kosten für vier Becken und Leitungsanpassungen aus. Der Projektierungskredit wurde aber deutlich abgelehnt.

Zur Begründung wurde angeführt, dass bei starken Regenfällen mit ausserordentlicher Belastung der Kanalisation nur der erste «Schwall» Wasser verschmutzt ist und ohne Durchlauf durch die Abwasserreinigung in die öffentlichen Gewässer gelangt. Das könne vernachlässigt werden, weil das Abwasser stark verdünnt sei.

Die Kosten gesenkt

Nun müssen drei Mischwasserbehandlungsanlagen erstellt werden, um die erste Schmutzfracht vollständig auffangen und anschliessend gestaffelt der Kläranlage zuführen zu können. Eine erste Vorlage fand im November 2008 vor dem Souverän keine Gnade. Wie Gemeinderat Jürg Hertig darlegte, hat man in der Zwischenzeit Projektanpassungen vorgenommen und Kostenreduktionen erreicht.

In einem ersten Schritt sollen die zwei bestehenden Regenentlastungen (Einleitung unbehandelt in Suhre) auf dem Pfister-Areal und beim Badi-Parkplatz mit neuen Regenbecken ausgerüstet werden, deren Speichervolumens allerdings nicht ausreicht. Das dritte Becken muss zu einem späteren Zeitpunkt definitiv geplant werden, da die Einwohnergemeinde Buchs zurzeit an der Überarbeitung der Grundwasserschutzzone Kirchmatten ist. Dadurch könnten sich bei der Standortwahl Verschiebungen ergeben und die technischen Anforderungen noch sehr stark verändern.

Kurt Suter vom BVU erklärte anschaulich das System «Regenwasserbehandlung», wies auf das Gewässerschutzgesetz von 1991 und die neusten Richtlinien von 2007 hin. Peter Sandmeier vom Ingenieurbüro Härdi + Fritschi präsentierte die beiden Becken und ihre Funktionsweise. Aus dem Publikum wurden diverse Fragen gestellt. So erfuhr man, dass mit einem Betriebsaufwand von 5000 Franken pro Jahr und Becken zu rechnen ist. Die Anlage reinigt sich nach einem Regenwetter praktisch selber. Vorderhand kann die ARA noch keinen direkten Steuerungseingriff auf die kommunalen Becken vornehmen. Eine Nachrüstung zu einem späteren Zeitpunkt ist denkbar.

Beantragt wird der Gemeindeversammlung ein Kredit von 1,687 Mio. Franken. Darin enthalten sind auch 220 000 Franken für den Einkauf von 320 Kubikmetern Speichervolumen in der ARA. Der Gemeinderat weist darauf hin, dass die Gemeinden verpflichtet sind, die Beckenanlagen zu realisieren, sonst könnte allenfalls der Kanton den Bau verfügen.

Satzungen des AVAU

Wie alle andern angeschlossenen Gemeinden muss auch Suhr über die teilrevidierten Satzungen des Abwasserverbandes Aarau und Umgebung (AVAU) befinden. Jürg Hertig schilderte kurz die Schwerpunkte. Der Verband soll beweglicher werden. Das Wort zu diesem Geschäft wurde nicht verlangt. Keine Kritik gab es auch zu der von Gemeindeammann Beat Rüetschi vorgestellten Rechnung 2008, die zusätzliche Abschreibungen von rund 3,6 Mio. Franken und einen weiteren Schuldenabbau erlaubt.