Suhr

Suhr reagiert auf die zunehmende Gewalt

Gewaltbereit: In Suhr stellt man eine gesteigerte Gewaltbereitschaft fest. (niz)

Gewalt

Gewaltbereit: In Suhr stellt man eine gesteigerte Gewaltbereitschaft fest. (niz)

Die Jugendgewalt war am Informationsforum in Suhr ein Thema. Eine Arbeitsgruppe «Jugend im Dorf» wurde 2009 nach einem schlimmen Vorkommnis, bei dem ein Jugendlicher niedergeschlagen und schwer verletzt wurde, ins Leben gerufen.

Marcel Siegrist

Gemeindeammann Beat Rüetschi gab am Informationsforum im Mehrzweckraum des Schulhauses Ost am Montagabend einen Zwischenbericht über «Jugend im Dorf» (Jugendpolitik) ab. Nach einem schlimmen Vorkommnis im Juni 2009 wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Ein 19-Jähriger wurde damals von einem Kosovaren mit einem Skateboard niedergeschlagen und erlitt einen fünffachen Schädelbruch.

Verschiedene Massnahmen ergriffen

Auf dieses Ereignis reagierte der Gemeinderat und bildete die Arbeitsgruppe «Jugend im Dorf». Litteringprojekt auf dem Schulareal, Abklärung von Videoüberwachung, Bollersteine entfernen bei den Schulhäusern, die Abschlussklassen über Rechte und Pflichten aufklären und anderes mehr sind Massnahmen, die ergriffen wurden. «Die Gewaltbereitschaft einzelner Jugendlicher ist gestiegen», so Rüetschi. «Es ist ein gesellschaftliches Problem und man muss aufpassen, dass man nicht zur Selbstjustiz greift. Der Gemeinderat hat reagiert, die Lage analysiert und die ersten Massnahmen getroffen.» Der Gemeinderat wird eine Strategie «Jugend im Dorf» verabschieden und die Arbeitsgruppe bei der Umsetzung der Massnahmen begleiten und kontrollieren.

Grossrat Beat Rüetschi reichte nach dem Vorfall am 18. Juni 2009 eine Interpellation ein. Nicht zuletzt als Folge davon, wird ab dem 1. Januar 2011 die Information unter den Behörden bei einem solchen Vorfall rechtsverbindlich geregelt. Zudem wird die Medieninformation neu festgelegt. Die Bevölkerung soll offensiv informiert werden. «Wir hoffen aber, dass wir keinen solchen Fall mehr erleben müssen», so Beat Rüetschi.

Einbürgerung wurde verweigert

Als Folge der verhängnisvollen Nacht wurde an der Gmeind im Juni 2009 drei serbisch-montenegrinischen Schülern mit Jahrgang 1992 und 1993 die Einbürgerung verweigert. Das Prügelopfer und sein Vater wandten sich gegen die Einbürgerungen, um ein Zeichen zu setzen. «Da hat es die Falschen getroffen», betont Beat Rüetschi.

Auch Justizdirektor Urs Hofmann übte Kritik am negativen Entscheid: Es gehe nicht an, für den Vorfall unbescholtene Schüler zu bestrafen. An der nächsten Gemeindeversammlung wird das Gesuch der drei Jugendlichen erneut behandelt.

Information zu Gemeindetraktanden

Gemeinderat Marco Genoni informierte über die Rechnung 2009, die besser abschloss als budgetiert: «Viel besser als im Budget vorgesehen - rund 1,5 Millionen Franken besser.»

Auch Gemeinderat Jürg Hertig orientierte über ein Geschäft, das an der Gemeindeversammlung behandelt wird. Die Schule braucht neue Schulräume. Für 390000 Franken sollen die zwei Schulräume im Schulhaus Ost, die im Rohbau bestehen, ausgebaut werden.

Ebenfalls ein Traktandum an der Gmeind am 17. Juni ist der Verkauf von Arbeitszonenland an der Bernstrasse Ost. Gemeindeammann Beat Rüetschi orientierte über das Vorhaben. Die in Buchs beheimatete Oel-Pool AG will den Spittel kaufen (AZ vom 13.4.) und darin ihren Hauptsitz einrichten. Daneben ist der Bau einer Tankstelle geplant. Damit die Oel-Pool AG dies in Suhr realisieren kann, will die Firma das Gelände mit 8000 Quadratmetern für 300 Franken je Quadratmeter kaufen. «Im Endausbau entstehen 60 bis 80 Arbeitsplätze. Zudem wird es die Aktien- und Steuererträge positiv beeinflussen», betonte Rüetschi.

Verselbstständigung der TBS

Johny Strebel, Betriebsleiter der Technischen Betriebe Suhr (TBS), informierte über die Verselbstständigung der TBS. Am 19. April hat der Gemeinderat die Eigentümerstrategie, die eine Arbeitsgruppe erarbeitete, genehmigt. Die TBS soll zu einer Aktiengesellschaft mit Holdingstruktur werden. «Massgebend ist aber der Volksentscheid am 25. November», betonte Beat Rüetschi.

Einen Blick in die Zukunft tat Gemeindeammann Rüetschi, als er den Masterplan Zentrum Suhr am Schluss des Informationsforums vorstellte. «Die Neugestaltung der Tramstrasse, wenn der Zug weg ist, ist eine grosse Chance. Ich möchte aber betonen, es sind keine Projekte, sondern nur visuelle Darstellungen», so Rüetschi, als er mögliche Gestaltungsvarianten des Suhrer Dorfzentrums präsentierte. Nach rund zwei Stunden beendete er schliesslich den informativen Anlass

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1