Südanflüge

Südanflüge wegen viel Nordwind

Anflüge auf Basel aus Süden: 2008 gab's mehr davon.

Viele Südanflüge wegen Nordwind

Anflüge auf Basel aus Süden: 2008 gab's mehr davon.

Auch diesmal kommt das Bundesamt für Zivilluftfahrt zum Schluss, dass der Euroairport alles richtig macht. Massnahmen gibt es dennoch.

2008 wehte der Wind um den Euroairport Basel-Mulhouse (EAP) überdurchschnittlich oft von Norden. Deshalb mussten 8,9 Prozent der Flugzeuge von Süden her landen. Dies habe eine vertiefte Analyse der Luftfahrtbehörden der Schweiz und Frankreichs ergeben, teilte das Bundesamt für Zivilluftfahrt gestern mit. 2008 seien 44,3 Prozent der Winde aus Nordost bis Nordwest gekommen, was 1,9 Prozent über dem Wert von 2007 respektive 2,4 Prozent über dem von 2008 liege.

Daraus folgt auch, dass sich die Fluglotsen an die Vereinbarungen für das Instrumentenlandesystem 33 (ILS 33) gehalten haben. Einen weiteren Grund für die vielen Südanflüge gibt es aber: Das ILS 33 ermöglicht Landungen von Süden bei schlechtem Wetter die früher nicht möglich gewesen wären. Da bis Ende 2007 von Süden her auf Sicht gelandet wurde, wäre bei schlechter Sicht die Sicherheit nicht gewährleistet gewesen, erklärt bazl-Mediensprecher Daniel Göring. Zöge man die 360 Landungen die beim alten System nicht möglich gewesen wären, ab, wären nur 7,9 Prozent der Flugzeuge über Süden gelandet.

Das bazl verweist in der Medienmitteilung auch auf die Tatsache, dass die Anzahl der Südanflüge vergangenes Jahr mit 2988 tiefer liege als beispielsweise 2001 mit 3340 Südlandungen und 2002 mit 3460: «Dieser Umstand spiegelt das geringere Verkehrsaufkommen auf dem Flughafen Basel-Mulhouse in den vergangenen Jahren.»

System bisher zu sensibel

Mit der vertieften Analyse wäre dem Abkommen zwischen der Schweizer und der Französischen Luftfahrtbehörde eigentlich schon genüge getan. Massnahmen sind nämlich erst erforderlich, wenn der Anteil der Südanflüge die 10-Prozent-Marke übersteigt. Dennoch wird die französische Seite das Informatiksystem, dass Fluglotsen mit Wetter- und technischen Informationen bei der Pistenwahl unterstützt, justieren. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass das System teilweise zu sensibel auf Windwechsel reagiert. Die Änderungen sollen bis Ende Jahr implementiert werden.

Seit Anfang Februar seien zudem die ILS auf die Nord- und auf die Südpiste gleichzeitig aktiviert. Dadurch könne die Flugsicherung flexibler und rascher auf Windwechsel reagieren. Zuvor hatte sie die Landesysteme jeweils nur aktiviert, wenn Anflüge darauf erfolgten. Die Massnahmen sollen helfen, den Luftraum für Südanflüge e besser zu bewirtschaften, das heisst zielgerichteter zu aktivieren oder deaktiveren.

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