Lawine

Suche nach möglichen Verschütteten geht weiter

Die Schneemassen der Lawine schlossen auch ein Postauto auf der Schwägalp ein.

Die Schneemassen der Lawine schlossen auch ein Postauto auf der Schwägalp ein.

Obwohl es weiterhin keine Vermisstmeldungen gibt, suchen die Einsatzkräfte auf der nach dem Lawinenabgang auf der Schwägalp nach möglichen Verschütteten. Die drei Leichtverletzten konnten das Spital wieder verlassen.

Aufgrund der starken Schneefälle und der Lawinengefahr hatten die Bergungsmannschaften die Absuche des Lawinenkegels am Donnerstagabend um etwa 19 Uhr eingestellt.

Am Freitagmorgen habe die Einsatzleitung der Rettungskräfte auf der Schwägalp nach einer der Risikoanalyse entschieden, dass die Absuche und Räumung des Lawinenkegels fortgesetzt werde, teilte die Polizei am Freitagvormittag mit.

Suchhunde im Einsatz

Die Suche im Lawinenkegel erfolge mit zwei Lawinensuchhunden, sagte Hanspeter Schoop von der Alpinen Rettung Schweiz auf Anfrage von Keystone- SDA. Wie lange die Suche nach möglichen Vermissten dauere, sei noch unklar. Im Einsatz waren neben der Alpinen Rettung das Tiefbauamt des Kantons Appenzell Ausserrhoden, Angehörige der Feuerwehren Hundwil und Urnäsch und der Rettungsdienst.

Die Hotelgäste, welche die Nacht auf Freitag auf der Schwägalp verbracht hatten, werden zurzeit evakuiert und mit Bussen ins Tal gefahren. Bereits in der Nacht waren 75 Hotelgäste und -mitarbeiter ins Tal gebracht worden. Zudem wurde ein Ferienhaus vorsichtshalber evakuiert. Die Zufahrt zur Talstation der Säntisbahn und dem Berghotel, wo die Lawine bleibt für jeglichen Verkehr gesperrt.

Lawinengefahr auf Stufe 4

Die Lawinengefahr oberhalb der Schwägalp lag zum Zeitpunkt des Unfalls am Donnerstagnachmittag bei Stufe 4, wie Benjamin Zweifel, Lawinenprognostiker des Lawinenforschungsinstituts SLF gegenüber Keystone-sda sagte. Bei Stufe 4 seien grosse Spontanlawinen möglich, welche bis ins flache Gebiet vorstossen.

Inzwischen wurde die Warnung auf die Stufe 3 "erheblich" gesenkt. Das ist die mittlere der fünf Gefahrenstufen.

Wie ein Helikopterflug der Einsatzkräfte über das Gebiet vom Freitagmorgen zeigte, brach die Lawine an der nördlichen Steilwand des Säntis oberhalb der Schwägalp auf einer Höhe von rund 1900 Metern los. Die Schwägalp liegt auf 1350 Metern Höhe.

Die Abrissstelle sei rund 300 Meter breit und 1,5 Meter hoch, schilderte Schoop von der Alpinen Rettung. Deshalb habe die Lawine sehr viel Kraft entwickelt und sei bis zum Hotel vorgedrungen.

Lawinen sehr selten

Lawinen seien im Alpstein sehr selten, sagte Schoop. Gemäss der Schadenlawinen-Datenbank des SLF beschädigte eine Lawine im Jahr 1942 Teile der damaligen Talstation der Säntisbahn. Diese lag etwas entfernt vom Standort des neuen Hotels. Vor dem Bau des neuen Hotels, das der Säntisbahn gehört, sei eine Risiko-Analyse gemacht worden.

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