Unwetter
Stürme: Burglind war orkanartig – wir zeigen, wie stark die letzten zehn Stürme wüteten

Die Sturmtiefs Burglind, Evi und Friederike haben kurz aufeinander in der Schweiz für heftige Winde mit Zerstörungskraft gesorgt. Stürme im Herbst und Winter sind jedoch keine Seltenheit, wie ein Blick in die Statistik zeigt.

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Das Waldstück bei Kestenholz wurde durch den Sturm «Burglind» arg in Mitleidenschaft gezogen.
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Das Waldstück bei Kestenholz wurde im Januar 2018 durch den Sturm «Burglind» arg in Mitleidenschaft gezogen.
So hat Burglind in Fulenbach gewütet
Ein Mann duckt sich vor einer grossen Welle in Vevey am Genfersee.
Auf dem Campingplatz Wiggerspitz in Aarburg verschob der Sturm Burglind eine ganze Reihe Wohnwagen, einen kippte er gar.
Dieser Lastwagen fiel «Burglind» zum Opfer. Er blockierte die Durchfahrt auf der Autobahn A1 Fahrtrichtung Bern zwischen Oensingen und Niederbipp.
Unwetterschäden Sturm Burglind Region Olten
Kein Bänkliwetter am Zugersee.
In Suhr stürzte ein Baugerüst um.
Aus den Gondeln der Pizolbahn in Bad Ragaz (GR) mussten mehrere Menschen evakuiert werden. Die Leitungen der Bahn waren von fallenden Bäumen getroffen worden.
In Münchenstein (BL) stürzten unter anderem Bauabschrankungen und ein WC-Häuschen um.
Zwischen Oensingen und Niederbipp kippte ein Lastwagen.
Wegen mehreren umgekippten Lastwagen war die A1 Fahrtrichtung Bern für zwei Stunden gesperrt.
Ein Baugerüst an einem Neubau in Littau (LU) landete am Boden.
Als sich "Burglind" verzog, bildete sich ein Regenbogen über dem Genfersee.
Acht Verletzte gab es bei einer Entgleisung der Montreux-Berner Oberland-Bahn in Lenk.
Zwischen Bremgarten und Wohlen fiel ein Baum auf ein Auto. Der Fahrer verletzte sich leicht.
In Full-Reuenthal hat "Burglind" die Linde beim Schulhaus gefällt. Sie galt hier als ein Wahrzeichen.
In Volksdorf (D) ist eine Windkraftanlage eingeknickt.
Baum auf Auto in Bern.
Ein Kleinflugzeug wurde auf dem Gelände der Ruag beim Flugplatz Buochs (NW) auf den Rücken gelegt.
Auf dem Wettsteinplatz brachte "Burglind" einen Weihnachtsbaum zum Kippen.
In Zug stürzte ein Anhänger auf ein Auto.
Auch in der Region Olten hinterliess der Sturm Spuren.
Zwischen Rünenberg (BL) und Gelterkinden (BL) wurde ein Fahrzeug der Feuerwehr von einem umstürzenden Baum getroffen und massiv beschädigt.
In Laufen (BL) fiel ein grosser Baum genau neben ein Haus. Dabei beschädigten die Wurzeln das angrenzende Trottoir und die Mauer des Grundstücks.

Das Waldstück bei Kestenholz wurde durch den Sturm «Burglind» arg in Mitleidenschaft gezogen.

KEYSTONE/CHRISTIAN MERZ

Das neue Jahr begann stürmisch: Am 3. Januar fegte «Burglind» über die Schweiz hinweg. Das Sturmtief fällte Bäume und beschädigte Häuser und Fahrzeuge. Allein im Kanton Aargau wird die Schadenssumme von der Aargauischen Gebäudeversicherung auf 12 bis 14 Millionen Franken geschätzt. Im Kanton Solothurn hat der Sturm Schäden in der Höhe von 10 Millionen Franken verursacht, in beiden Basel sind es 6 Millionen Franken.

Auf «Burglind» folgte am 16. Januar das Sturmtief Evi, das die Schweiz Böen von bis zu 180 Kilometern in der Stunde brachte. Zum Aufatmen bleibt kaum Zeit, mit «Friederike» bläst schon der nächste Sturm.

Sturm Evi wirft Baum auf die A1 bei Suhr
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Er fiel auf dieses Auto auf der A1. Glück für die Insassen: Niemand wurde verletzt.
So sah es in Zürich am Mittwoch aus.
Schneetreiben in der Stadt.
Die Velofahrt wird zur Schlitterpartie.
Wellen schlagen am 16. Januar 2018 kurz nach Sonnenaufgang an die Mauer des Fährhafens von Meersburg (D) am Bodensee.
Der Sturm sorgte am Dienstag für ein Wolkenspektakel in Udligenswil.

Sturm Evi wirft Baum auf die A1 bei Suhr

Twitter/Kapo Aargau

Drei Stürme innerhalb zweier Wochen; das fällt auf. Doch ungewöhnlich ist dies nicht, wie ein Blick auf die Sturmstatistik 2017 zeigt.

Winter ist Sturmsaison

Vor einem Jahr, im Januar 2017, registrierte die Plattform www.sturmarchiv.ch das Sturmtief Axel, das Randtief Egon sowie je einen Föhn- und einen Bisensturm. Im Februar und März folgten fünf weitere Tiefs und Stürme.

Im Sommer folgen die Gewitter mit Überschwemmungen und Hagel. Ab September haben die Sturmtiefs wieder Saison, insgesamt wurden letztes Jahr zehn Herbst- und Winterstürme verzeichnet, den Abschluss machte Sturmtief Horst am 30. Dezember, nur gerade vier Tage vor «Burglind».

Die Sturmtiefs, die letztes Jahr männliche Namen trugen, sind typische Erscheinungen des Herbst und des Winters. Sie entstehen über dem Atlantik, durch die starken Temperaturunterschiede zwischen nördlichen und südlichen Breitengraden entstehen starke Winde. Entlang des Jetstreams, welcher kalte von warmen Luftmassen trennt, entstehen so Tiefdruckgebiete mit hohen Windgeschwindigkeiten, die bis nach Mitteleuropa ziehen können.

Wenn sich im Frühling die Temperaturen zwischen der Nord- und der Südhalbkugel wieder angleichen, verschwinden die Winterstürme. (jgl)