Finanzen der Kirchen

Studie zeigt Kosten und Nutzen der Landeskirchen auf

Die Kirche St. Konrad in Schübelbach (SZ)

Die Kirche St. Konrad in Schübelbach (SZ)

Bei den Landeskirchen entspricht der Wert ihrer sozialen Dienstleistungen etwa dem, was sie von der öffentlichen Hand - neben den Kirchensteuern - erhalten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Nationalfonds.

Die römisch-katholische und die evangelisch-reformierte Kirche erhalten vom Staat jährlich mindestens 556 Mio. Franken. Darin sind die Kirchensteuern juristischer Personen (also von Unternehmen) enthalten, ferner direkte Staatsbeiträge und kantonale Pfarrbesoldungen.

Dazu kommen über 1,3 Mrd. Franken pro Jahr an Kirchensteuern von den Mitgliedern, stellt die Studie fest. Wie der Schweizerische Nationalfonds am Dienstag mitteilte, wurde sie vom Forschungsbüro Ecoplan im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft" (NFP 58) erarbeitet.

Die Studie untersucht die Finanzflüsse und Dienstleistungen von Religionsgemeinschaften in der Schweiz. "Das Projekt bewertet jedoch weder den Nutzen der Religion oder des Glaubens noch die Bedeutung der Religionsgemeinschaften", erklärte Projektleiter Michael Marti.

Grosse kantonale Unterschiede

Die Finanzierungsweisen sind kantonal höchst unterschiedlich geregelt. Obschon sie weniger Mitglieder aufweisen, erhalten die reformierten Kirchen insgesamt mehr Gelder als die katholischen. Am wenigsten Gelder bekommen die reformierten Kirchen in den Kantonen VS, NE, TI, am meisten in ZG, BS, SG. Die katholischen Kirchen erhalten am wenigsten Gelder in den Kantonen NE, GE, VS, am meisten in ZG, SG, ZH.

Auch bei den 1,3 Mrd. Franken Kirchensteuern, die die Mitglieder jährlich aufbringen, sind die kantonalen Unterschiede gross. Bei den reformierten Kirchen reichten die Steuern pro Mitglied im Jahr 2007 von 11 Franken (VS) bis 567 Franken (BS).

Bei der katholischen Kirche reichte die Spannweite von 12 Franken (VS) bis 439 Franken (SG). In GE und NE werden nur freiwillige Beiträge entrichtet, in VS erheben nur wenige Kirchgemeinden Steuern.

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