Gesundheitswesen

Studie sagt zu wenig Personal im Gesundheitswesen voraus

Zukünftig Personalmangel in der Pflege?

Zukünftig Personalmangel in der Pflege?

Im Jahr 2030 drohe im Gesundheitswesen ein dramatischer Personalmangel, prognostiziert die Stiftung Careum aufgrund einer Studie. Hauptgründe sind die Pensionierung jetziger Arbeitskräfte, viele Berufsaussteiger und immer mehr Betagte in der Gesellschaft.

Heute sind laut dem Schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Obsan) im gesamten Therapie- und Pflegebereich rund 330'000 Personen beschäftigt. Bereits Anfang Jahr hatte das Obsan für 2020 einen zusätzlichen Personalbedarf bis zu 25 Prozent vorausgesagt.

Die Stiftung Careum hat nun zusammen mit dem Obsan die zu erwartende Entwicklung für die anschliessenden zehn Jahre analysiert. Und sie kam zum alarmierenden Schluss: "Die Schweiz muss in den nächsten 20 Jahren bis zu 190'000 neue Arbeitskräfte im Gesundheitswesen rekrutieren".

Das sind so viele, wie heute in den drei wichtigsten Sektoren - Spitäler, Langzeitversorgung und Spitex - insgesamt arbeiten. Der dramatisch ansteigende Bedarf hat laut Studie drei Hauptursachen, wie Stiftungsrat Beat Sottas am Mittwoch vor den Medien ausführte.

Die Zahl Betagter und Hochbetagter wird stark zunehmen. Selbst wenn alte Menschen künftig generell gesünder seien, dürften laut Studie für ihre Pflege zusätzlich 50'000 bis 80'000 Fachleute benötigt werden.

Viele heute Beschäftigte werden pensioniert. Heute sind besonders in der Langzeitversorgung - in Alters- und Pflegeheimen sowie in der Spitex - viele Angestellte über 45 Jahre alt. Sie werden in den nächsten 20 Jahren pensioniert. Laut der Studie geht bis 2030 die Hälfte der heute Beschäftigten in Rente - in Heimen und Spitex sind es gar zwei von drei.

Zahlreiche Angestellte mögen nicht mehr. Gerade im Gesundheitswesen lassen sich viele Beschäftigte frühzeitig pensionieren oder steigen überhaupt nach einigen Jahren aus dem Beruf aus. Dazu kommt auch, dass es immer weniger Schulabgängerinnen und Schulabgänger gibt.

Laut Christian Schär, Direktor der Careum Bildungszentrums AG, sind "Leute auf allen Niveaus" nötig, von der Attest-Lehre bis zum Hochschulabschluss: "Wir brauchen jedes Talent". Möglichst rasch müsse nun auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene eine neue gesundheitspolitische Strategie erarbeitet werden.

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